21.1 Einnahmen des Bait ul-Mal
21.1 Revenues of Bait ul-Mal
Die dauerhaften Einnahmen des Bait ul-Mal sind: Beute (Fai'), Kriegsbeute (Ghana'im), Grundsteuer (Kharaj), Kopfsteuer (Jizya), die verschiedenen Arten von Einnahmen aus öffentlichem Eigentum, die Einnahmen aus Staatsgütern, der Zehnte (Ushr), der Fünfte des verborgenen Schatzes (Rikaz), die Bodenschätze und die Vermögenswerte der Zakat. Die Zakat-Vermögenswerte werden jedoch an einem besonderen Ort im Bait ul-Mal aufbewahrt und dürfen nur für die acht in Qur'an genannten Kategorien ausgegeben werden; nichts davon darf für andere Zwecke als die acht Kategorien verwendet werden, sei es für Staatsangelegenheiten oder für Angelegenheiten der Umma. Der Khalifah darf sie jedoch nach seiner Ansicht und seinem Ijtihad an diejenigen der acht Kategorien verteilen, die er für geeignet hält. Er hat das Recht, sie einer oder mehreren dieser Kategorien oder allen zu geben. Die Einnahmen aus dem öffentlichen Eigentum werden ebenfalls an einem besonderen Ort (Verwahrung) im Bait ul-Mal aufbewahrt und nicht mit anderen vermischt, denn sie gehören allen Muslimen. Aus ihnen verwendet der Khalifah nach seiner Ansicht und seinem Ijtihad im Interesse der Muslime, innerhalb der Regeln der Shari'ah.
The permanent revenues of the Bait ul-Mal are: Booties (Fai’), Spoils (Ghana’im), Land Tax (Kharaj), Head Tax (Jizya), the different types of public property revenues, the revenues of the State properties, the tithes (Ushr), the fifth of the hidden treasure (Rikaz), the minerals, and the properties of Zakat. But the Zakat properties are kept in a special place in the Bait ul-Mal, and they are not spent except for the eight categories mentioned in the Qur’an, and nothing of them should be spent for other than the eight categories, whether the State affairs or the Ummah’s affairs. But the Khalifah is allowed to spend them, according to his opinion and Ijtihad, for whom He sees fit of the eight categories. He has the right to give them to one or more of these categories, or to all of them. The revenues of the public properties are also kept in a special place (hold) in the Bait ul-Mal, and are not mixed with others, because they are owned by all the Muslims, from whence the Khalifah spends them, within the Shari’ah rules, in the interest of the Muslims according to his opinion and Ijtihad.
Die übrigen Vermögenswerte, die zum Bait ul-Mal gehören, werden alle zusammengetragen und für die Angelegenheiten des Staates und der Umma verwendet, für die acht Kategorien und für alles, was der Staat beschließt. Wenn diese Vermögenswerte den Bedürfnissen der Bürger genügen, ist das gut und schön; andernfalls erhebt der Staat Steuern von den Muslimen, um das zu verwirklichen, was er im Hinblick auf die Versorgung ihrer Angelegenheiten schuldet. Was die Art und Weise betrifft, in der diese Steuern erhoben werden, so soll dies gemäß den Pflichten geschehen, die die Shar’a den Muslimen auferlegt. Daher hat der Staat hinsichtlich der Pflichten, die den Muslimen zur Ausführung obliegen und die für ihre Durchführung Ausgaben seitens des Staates erfordern, das Recht, Steuern von den Muslimen zu erheben, damit er sie ausführen kann. Was jedoch jene Angelegenheiten betrifft, die keine Pflichten für die Muslime sind, wie die Begleichung der Schulden Verstorbener, so ist es dem Staat nicht erlaubt, Steuern zu erheben, um sie zu bezahlen. Hätte er Mittel im Bait ul-Mal zur Verfügung, würde er dies ausführen; andernfalls ist der Staat nicht verpflichtet, dies zu tun. Daher hat der Staat in diesen Fällen das Recht, Steuern zu erheben, wobei er folgendermaßen vorgehen muss:
The other properties, which belong to the Bait ul-Mal, are all gathered together, and spent on the affairs of the State and the Ummah, on the eight categories and on anything that the State decides. If these properties meet the needs of the citizens, that is well and good; otherwise the State levies taxes upon the Muslims in order to accomplish what is required of it in terms of looking after their affairs. In regards to the way these taxes are enacted, it should be done according to the obligations which the Shar’a put upon the Muslims. So concerning duties which are obligatory upon Muslims to carry out and which require expenses from the State for their execution, the State has the right to levy taxes from the Muslims so that it can execute them.Whereas those issues which are not duties upon the Muslims, such as the repayment of the debts of the dead, the State is not allowed to levy taxes in order to pay them off. If it had funds available in the Bait ul-Mal then it would carry this out, otherwise the State is not obliged to do so. Therefore, the State has the right to collect taxes in these instances, in which case it has to proceed as follows:
1. Zur Bestreitung der Ausgaben, die dem Bait ul-Mal für die Armen, die Bedürftigen, den Reisenden und für die Durchführung des Dschihad obliegen.
1. To meet the expenses due upon the Bait ul-Mal for the poor, the needy, the wayfarer and in the carrying out of Jihad.
2. Zur Deckung der Ausgaben, die dem Bait ul-Mal als Entschädigung obliegen, wie etwa die Ausgaben für die Angestellten sowie die Versorgung des Heeres und Ähnliches.
2. To meet the expenses due upon the Bait ul-Mal as compensation, such as the expenses of the employees and the provisions of the army and the like.
3. Die Pflichtausgaben des Bait ul-Mal für Dienstleistungen und Einrichtungen zu bestreiten, etwa den Bau von Straßen, die Gewinnung von Wasser, die Errichtung von Moscheen, Schulen und Krankenhäusern sowie anderer Dinge, deren Einrichtung für die Ummah als notwendig gilt und ohne die sie Schaden nehmen würde.
3. To meet what is due upon the Bait ul-Mal in the form of services and utilities, such as the construction of roads, production of water, building of mosques, schools and hospitals and other things whose establishment are considered necessary for the Ummah and without which she would be harmed.
4. Um die Ausgaben zu decken, die dem Bait ul-Mal in Form von Notwendigkeiten entstehen, etwa bei Notfällen wie Hungersnot, Überschwemmungen, Erdbeben, einem Angriff eines Feindes und dergleichen.
4. To meet the expenses due upon the Bait ul-Mal that arise in the form of necessity, such as emergency incidents like famine, floods, earthquakes, an attack by an enemy and the like.
5. Die Erhebung von Steuern, um Schulden zu begleichen, die der Staat aufgenommen hat, um eine Pflicht zu erfüllen, die allen Muslimen obliegt, sei es aus einem der vier oben genannten Fälle oder aus deren Folgen, oder aus einer anderen Angelegenheit, die den Muslimen durch die Scharia auferlegt ist.
5. To levy taxes to meet debts which the State incurred in order to carry out an obligation due upon all the Muslims, from any of the four cases mentioned above or whatever may have resulted from them, or any matter obliged upon the Muslims by Shar’a.
Weitere Einnahmen, die im Bait ul-Mal verwahrt und für die Angelegenheiten der Bürger verwendet werden, sind der Zehnte (Zoll), der von den Bürgern solcher Länder erhoben wird, die sich mit den Muslimen im Krieg befinden oder mit ihnen Verträge haben, sowie die Güter, die zum öffentlichen Eigentum oder zum Staatseigentum gehören, und das Vermögen, das von denjenigen geerbt wird, die keine Erben haben.
Other revenues which are kept in the Bait ul-Mal and spent upon the affairs of the citizens are the tenth (customs) collected from the citizens of countries at war with the Muslims, or which have treaties, and the properties which are of the public property or the State property, or the property which is inherited from those who had no inheritors.
Was die Einnahmen des Bait ul-Mal betrifft, die die fälligen Ausgaben übersteigen: Stammt dieser Überschuss aus Beutegut, so wird er als Zuwendungen verwendet, die an die Menschen ausgegeben werden. Stammt der Überschuss aus der Dschizya oder dem Charadsch, so wird er zurückgehalten, um den Bedarf bei etwaigen Notlagen zu decken, die die Muslime treffen können; und er darf nicht denjenigen erlassen werden, die zur Zahlung verpflichtet sind, denn das göttliche Recht hat die Dschizya auf jeden auferlegt (männlich, nicht muslimisch, mündig und zahlungsfähig), und den Charadsch auf das Land entsprechend seiner Leistungsfähigkeit. Stammt der Überschuss aus der Zakat, so wird er im Bait ul-Mal aufbewahrt, bis einer der acht Empfängerkategorien Ansprüche darauf hat, woraufhin er für sie ausgegeben wird. Stammt der Überschuss aus dem, was den Muslimen obliegt, so wird er fallengelassen, und sie sind von der Zahlung befreit.
Concerning the revenues of the Bait ul-Mal which exceeds the expenses due upon on it; if this excess came from booties then it is spent as grants which are given to the people. If the extra comes from Jizya or Kharaj, it is kept to meet the requirements of any emergencies which may fall upon the Muslims, and it should not be waived from those who are obliged to pay, because the divine law has put the Jizya on everyone (non-Muslim male, mature and able to pay), and the Kharaj on the land according to its capacity. If the extra came from Zakat it is kept in the Bait ul-Mal until any of the eight categories has demands upon it, whereupon it is spent on them. If the extra came from that which is due upon Muslims, then it would be dropped and they are excused from paying.