Die Antwort auf diese Fragen lautet: Unkenntnis des göttlichen Rechts (Hukm Shar’i) ist keine Entschuldigung, denn es ist jedem Muslim geboten, sich über jene göttlichen Gesetze (Ahkam Shari’ah) zu unterrichten, die er in seinem Leben benötigt, damit er all seine Handlungen gemäß dem göttlichen Recht ausführen kann. Handelt es sich bei diesem Recht jedoch um eines jener Gesetze, die für solche Personen üblicherweise unbekannt sind, so wird ihm diese Handlung nicht zur Last gelegt, und sie ist für ihn gültig, auch wenn sie im Schari'a-Recht ungültig ist. Dies beruht auf der Überlieferung: „Der Gesandte (Friede sei mit ihm) hörte, wie Mu'awiya ibn Al-Hakam für jemanden betete, der während seines Gebets nies. Nachdem sie das Gebet beendet hatten, belehrte ihn der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm), dass Sprechen während des Gebets es ungültig macht und dass das Beten für den Niesenden das Gebet ungültig macht, er ihn jedoch nicht anwies, das Gebet zu wiederholen." Dies ist der Sinn dessen, was Muslim und An-Nasa'i von 'Ata' ibn Yasar überliefert haben. Denn die Regel (nicht während des Gebets zu sprechen) war einer solchen Person üblicherweise unbekannt, weshalb der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm) ihn entschuldigte und sein Gebet als gültig betrachtete.
Das Verbot der Aktiengesellschaften im Lichte der Schari'a gehört zu jenen Regeln, deren Art vielen Muslimen unbekannt ist, sodass ihre Unkenntnis entschuldbar sein kann. Die Handlung derjenigen, die sich an ihnen beteiligt haben, gilt als gültig, obwohl die Gesellschaften ungültig sind, ähnlich wie das Gebet des Mu'awiya ibn al-Hakam als gültig gilt, obwohl er darin etwas tat, das es ungültig macht, da er nicht wusste, dass Sprechen während des Gebets es ungültig macht. Auch das Gutachten (Fatwa) der Gelehrten nimmt hinsichtlich dessen, der um die Meinung bittet, die Regel der Unkenntnis auf. Der Gelehrte, der die Meinung abgibt, ist jedoch nicht entschuldigt, da er vor seiner Meinungsäußerung nicht alle Anstrengung unternommen hat, die Wirklichkeit der Aktiengesellschaften zu verstehen. Was die Inhaberschaft der Anteile durch die Aktionäre betrifft, so handelt es sich um einen gültigen Besitz, und diese Anteile sind erlaubte Güter, solange die Scharia ihr Handeln als gültig beurteilt. Er ist nicht ungültig, da sie für ihre Unkenntnis der Ungültigkeit entschuldigt werden. Den Verkauf dieser Anteile an Muslime zu tätigen ist jedoch nicht erlaubt, denn in der Scharia sind sie ungültige Geldscheine, und die Erlaubnis ihres Besitzes ist nebensächlich, das heißt, sie beruht auf der Unkenntnis des entschuldigten Urteils. Sobald das göttliche Gesetz darüber bekannt wird, wird es zu einem verbotenen Gut, das weder verkauft noch gekauft werden darf, und man darf auch keine anderen Muslime damit beauftragen, es für einen zu verkaufen.
The answer to these questions is that ignorance of the divine law (Hukm Shar’i) is not an excuse, because it is compulsory upon every Muslim to learn about that which He needs in his life of the divine laws (Ahkam Shari’ah) so that He can carry out all his actions according to the divine law. If that law is one of those laws which are usually unknown for such persons, then He is not blamed for that action and it would be a valid action for him, even though it is invalid in Shar’a. This is because of the narration: “the Messenger (pbuh) heard Mu’awiya ibn Al-Hakam praying for someone who sneezed while He was in prayer. After they finished the prayer, the Messenger of Allah (pbuh) taught Him that speaking during the prayer would nullify it, and praying for the one who sneezes nullifies the prayer, but He (Messenger of Allah (pbuh) did not order Him to perform the prayer again.” This is the meaning of what was narrated by Muslim and An-Nisai from `Ata’a ibn Yasar. This is because the rule (not talking during the prayer) was usually unknown to such a person and so the Messenger of Allah (pbuh) excused Him and considered his prayer valid. The prohibition of the share stock companies in view of the Shar’a is one of the rules whose like is unknown to many Muslims and so their ignorance can be excused. The action of those who took partnership in them is considered valid, though the companies are invalid, like the prayer of Mu’awiya ibn al-Hakam which is considered valid though He did something in it that invalidates it, as He did not know that talking during prayer invalidates it. The fatwa given by the scholars also takes the rule of ignorance with respect to the one who seeks the opinion. However, the scholar who gives the opinion is not excused because He did not exhaust his effort to understand the reality of the share stock companies before He gave an opinion about them. With regard to the ownership of the shares by the shareholders, it is a valid ownership and these shares are Halal properties so long as Shar’a judged that their action was valid. It is not invalid as they are excused for being ignorant of its invalidity. Selling these shares to Muslims, however, is not allowed, because in Shar’a they are invalid currency notes and the allowance of their ownership is incidental, i.e. based upon ignorance of the hukm that was excused. When the divine law about it becomes known, then it becomes a Haram property that is not allowed to be sold or bought, nor can one delegate other Muslims to sell it for him.