„Der Imam ist ein Hüter, und er ist verantwortlich für seine Untergebenen.“ Es liegt auch an den Regeln, die die Shar'a dem Khalifen gegeben hat, etwa dass er die Mittel des Baitul-Mal nach seiner eigenen Meinung und seinem Ijtihad verwaltet, und etwa dass er die Menschen zwingt, sich in einer bestimmten Angelegenheit an eine bestimmte Meinung zu halten, und dergleichen. Dieser Hadith gibt ihm das Recht, seine vollständige Autorität ohne jede Einschränkung auszuüben. Die Verwaltung des Schatzes, die Verabschiedung von Gesetzen, die Organisation und Ausbildung der Streitkräfte sowie die Ernennung der Wulah und die übrigen dem Khalifen übertragenen Befugnisse unterliegen alle keiner Einschränkung. Dies zeigt, dass der Khalif die Angelegenheiten der Untergebenen nach seinem Ermessen führt, ohne Einschränkungen, und Gehorsam ihm gegenüber in all diesen Angelegenheiten ist verpflichtend, Ungehorsam ihm gegenüber ist eine Sünde. Die Führung der Angelegenheiten der Untergebenen muss jedoch gemäß den Regeln der Shar'a erfolgen, nämlich gemäß den Texten der Shari'ah. Die Befugnisse, obwohl sie absolut sind, werden allein durch die Shar'a eingeschränkt, das heißt, sie müssen den Regeln der Shari'ah entsprechen. So hat der Khalif zwar die Befugnis, die Wulah nach seinem Ermessen zu ernennen, er kann aber keinen Ungläubigen, kein Kind oder keine Frau als Wali ernennen, denn die Shar'a hat dies verboten. Er hat beispielsweise auch die Befugnis, die Eröffnung von Botschaften nichtgläubiger Staaten in den seiner Herrschaft unterstehenden Gebieten zu erlauben, und diese Befugnis ist uneingeschränkt. Es wäre jedoch falsch von ihm, die Eröffnung einer Botschaft eines nichtgläubigen Staates zu erlauben, der die Botschaft als Werkzeug zur Beherrschung der islamischen Länder nutzen will, denn die Shar'a verbietet dies. Ebenso hat er zum Beispiel freie Hand bei der Festlegung der Einzelheiten des Haushalts und der für jeden Bereich benötigten Beträge. Er kann jedoch kein Projekt zum Bau eines Staudamms genehmigen, wenn die Einnahmen des Schatzes dafür nicht ausreichen, unter dem Vorwand, dass er Steuern erhebt, um den Damm zu bauen. Wenn der Damm nicht unentbehrlich ist, dann ist es nach der Scharia falsch, Steuern zu erheben, um ihn zu bauen. Der Khalifah hat daher vom Schar' eine freie Hand bei der Führung der Angelegenheiten der Ummah, gemäß dem, was das Schar' ihm erlaubt. Diese Freiheit der Verwaltung wird jedoch innerhalb der Regeln des Schar' ausgeübt. Ferner bedeutet die Befugnis, die Regierung uneingeschränkt zu führen, nicht, dass der Khalifah Gesetze erlassen kann, wie er sie für die Führung der Staatsangelegenheiten für richtig hält. Vielmehr bedeutet es, dass das, was seiner Verfügung überlassen ist, für ihn erlaubt (Mubah) ist, es nach seiner Meinung zu verfügen, in der Weise, die er für angemessen hält. So kann er in der Angelegenheit, in der er nach eigener Meinung handeln darf, die Regel festlegen, und der Gehorsam ihm gegenüber in dieser Regel wird verpflichtend. Dies deshalb, weil das Schar' ihm die Befugnis gibt, nach seiner eigenen Meinung zu handeln, und uns gebietet, ihm zu gehorchen. Somit hat er das Recht, eine solche von ihm angenommene Meinung als Gesetz zu erlassen, an das sich die Menschen halten müssen. Er darf zum Beispiel die Staatskasse nach seiner eigenen Meinung und seinem Ijtihad verwalten, und die Menschen sind angewiesen, ihm darin zu gehorchen. Daher hat er das Recht, die Gesetze der Staatskasse zu erlassen, die entsprechend befolgt werden müssen. Ebenso hat er die Macht, die Streitkräfte zu führen und die Angelegenheiten des Heeres zu leiten, und zwar nach seiner eigenen Meinung und seinem Ijtihad, und die Menschen müssen ihm darin gehorchen. Somit hat er das Recht, Gesetze für die Führung des Heeres und für dessen Verwaltung zu erlassen, und der Gehorsam gegenüber solchen Gesetzen wird bindend. Der Khalifah hat das Recht, die Angelegenheiten der Bürger nach seiner eigenen Meinung und seinem Ijtihad zu führen und diejenigen zu ernennen, die diese Angelegenheiten nach seiner eigenen Meinung und seinem Ijtihad leiten, und die Menschen müssen ihm darin gehorchen. Er hat daher das Recht, Gesetze zur Verwaltung der Behörden und Vorschriften für die Angestellten zu erlassen. Entsprechend müssen diese Gesetze befolgt werden. Daher ist alles, was dem Khalifen überlassen ist, damit er nach eigener Meinung und Ijtihad handelt, und was zu seinen verpflichtenden Befugnissen gehört, sein Recht: Für solche Angelegenheiten darf er Gesetze erlassen und in Kraft setzen, und die Befolgung solcher Gesetze ist Pflicht. Es ist nicht richtig zu folgern, dass alle Verfahrensweisen an sich erlaubt (mubah) seien, sodass jeder frei unter ihnen wählen könne. Dem Khalifen ist es daher untersagt, eine bestimmte Verfahrensweise festzulegen und verbindlich zu machen, denn das würde als Verpflichtung einer erlaubten Handlung gelten, da die Durchsetzung des Erlaubten gleichbedeutend damit ist, es zur Pflicht zu machen, und es würde zugleich bedeuten, die anderen Verfahrensweisen zu verbieten, indem man sie ausschließt, was nicht erlaubt ist. Es wäre falsch, dies zu sagen, denn obwohl das Erlaubte an sich eine Verfahrensweise ist, sind die Methoden der Verwaltung der Staatskasse nur für den Khalifen erlaubt und nicht für andere Menschen. Ebenso sind die Methoden der Führung der Streitkräfte nur für den Khalifen erlaubt und nicht für das Volk. Dasselbe gilt für die Führung der Angelegenheiten der Bürger. Diese sind ausschließlich für den Khalifen erlaubt und nicht für alle Menschen. Daher macht die Pflicht zur Befolgung des Erlaubten dieses Erlaubte nicht zur Pflicht (fard). Vielmehr besteht die Pflicht zum Gehorsam in den Angelegenheiten, die die Scharia dem Khalifen zur Regelung nach eigener Meinung und Ijtihad überlassen hat, also in dem, was er an Meinung und Ijtihad zur Führung der Angelegenheiten gewählt hat. Obwohl es erlaubt ist, dass der Khalifen deren Ausführung verpflichtend macht und anderes untersagt, ist es dem Khalifen dennoch erlaubt, die Angelegenheiten gemäß diesem zu führen, denn die Führung der Angelegenheiten ist seine Aufgabe, und sie ist nicht allen Menschen zur Führung erlaubt. Daher wird die Pflicht zur Befolgung der Mubahat, die der Khalifen zur Führung der Angelegenheiten der Menschen festgelegt hat, in den Fragen, zu deren Regelung ihm die Scharia nach eigener Meinung und Ijtihad Befugnisse gegeben hat, nicht so betrachtet, als habe der Khalifen das Erlaubte zur Pflicht und das Erlaubte zum Verbot gemacht. Vielmehr besteht es darin, den Gehorsam in den Angelegenheiten verpflichtend zu machen, die die Schari'a dem Khalifen gestattet hat, damit er gemäß seiner eigenen Ansicht und seinem Ijtihad entscheidet. Daher wird jedes Mubah, das der Khalif zur Regelung der Angelegenheiten wählt, für jeden Bürger verpflichtend, sich daran zu halten. Auf dieser Grundlage hat 'Umar ibn al-Khattab die Dawawin eingeführt, und auf dieser Grundlage haben die Khulafa' bestimmte Vorschriften für ihre 'Amil und für die Untertanen erlassen und sie verpflichtet, nach diesen Vorschriften zu handeln und sie ausschließlich umzusetzen. Daher ist es dem Khalifen erlaubt, die Verwaltungsgesetze und alle anderen Gesetze dieser Art zu erlassen. Sein Gehorsam in solchen Gesetzen ist verpflichtend, denn es ist Gehorsam gegenüber dem Khalifen in allem, was er anordnet, in Angelegenheiten, die innerhalb des Auftrags liegen, den ihm die Schari'a übertragen hat.
“The Imam is a guardian and He is responsible over his subjects.” It is also because of the rules that the Shar’a gave to the Khaleefah, like his managing of the funds of Baitul-Mal according to his own opinion and Ijtihad, and like forcing of the people to abide by one specific opinion in one matter, and the like. This Hadith gives him the right of exercising his total authority without any restriction whatsoever. The management of the treasury, the adoption of laws, the organising and training of the armed forces and the appointing of Wulah and other powers given to the Khaleefah, all these powers are not subject to any restriction. This proves that the Khaleefah looks after the affairs of the subjects as He deems fit without any restrictions, and obedience to him in all such matters is compulsory and disobedience to him is a sin. However, running of the subjects’ affairs has to be performed according to the Shar’a rules, namely according to the Shari’ah texts. The powers, although they are absolute, but are restricted by Shar’a only, that is to be according to the Shari’ah rules. For instance, although the Khaleefah has the powers to appoint the Wulah as He deems, He cannot appoint a disbeliever or a child or a woman as Wali for Shar’a has forbidden this. He also, for instance, has the powers to allow the opening of embassies of disbelieving countries in territories under his authority and this power is unrestricted. It would however be wrong for him to allow the opening of an embassy of a disbelieving state which intends to use the embassy as a tool to dominate the Islamic lands, for Shar’a forbids this. He also for instance has a free hand in deciding the details of the budget and the amounts needed for each section. However, He cannot endorse a project of building a dam while the revenues of the treasury are not enough for it, under the pretext that He collects taxes to build the dam. This is because if the dam is not indispensable, then it is wrong according to Shari’ah to impose taxes to build it. The Khaleefah is thus given a free hand by the Shar’a in governing the Ummah’s affairs according to what Shar’a allows him. However, this freedom of management is conducted according to the Shar’a rules. Furthermore, having unrestricted powers in running the government does not mean that the Khaleefah can enact laws that He wants to manage the affairs of the state. Rather, it means that what is left for his disposition it is Mubah for him to dispose of it according to his opinion, in whatever way He deems fit. So He can adopt the rule in the matter in which He is allowed to act according to his own opinion, and obedience to him in this rule becomes compulsory. This is because the Shar’a gives him the authority to act according to his own opinion, and commands us to obey him. Thus He has the right to enact such adopted opinion as a law by which people must abide. He, for instance is allowed to manage the treasury according to his own opinion and Ijtihad, and people are commanded to obey him in that. He, therefore, has the right to enact the laws of the treasury that, accordingly, must be obeyed. He also has the power to head the armed forces and to run the affairs of the army, and according to his own opinion and Ijtihad, and people must obey him in that. Thus He has the right to enact laws for the army leadership, and for administering the army accordingly, and obedience to such laws becomes binding. The Khaleefah has the right to run the affairs of the citizens according to his own opinion and Ijtihad, and to appoint those who run these affairs according to his own opinion and Ijtihad, and people have to obey him in that. So He has the right to enact laws to administer the departments and laws for the employees. Accordingly, these laws must be obeyed. Therefore, everything that is left to the Khaleefah to act upon according to his own opinion and Ijtihad, and is part of his mandatory powers, He has the right to adopt and enact laws for such matters; and compliance with such laws is compulsory. It is not correct to conclude that all styles are mubah in essence for everyone to choose. So the Khaleefah is forbidden from specifying a particular style and making it compulsory, for this would be considered as making the Mubah action compulsory, since forcing the execution of the Mubah is equivalent to making the Mubah compulsory, and making the Mubah Haram by preventing the other styles, a matter which is not allowed. It would be wrong to say this because although Mubah is a style in essence, the styles of managing the treasury are Mubah for the Khaleefah only and not to other people. Likewise, the styles of running the armed forces are Mubah for the Khaleefah only and not for the people. The same is true with running the affairs of the citizens’ affairs. These are exclusively Mubah for the Khaleefah and not for all the people. Therefore, the obligation of abiding by the Mubah does not make this Mubah as Fard. It is rather making obedience compulsory in the matters which the Shar’a has allowed the Khaleefah to enact according to his own opinion and Ijtihad, i.e. in what He chose of opinion and Ijtihad to manage the affairs. Though it is Mubah that the Khaleefah obliged its execution and prevented other than it, it is however a Mubah for the Khaleefah to manage the affairs according to it, because managing the affairs is his duty, and it is not Mubah for management by all the people. Therefore, the obligation of abiding by the Mubahaat which the Khaleefah has adopted for managing the people’s affairs in the matters which the Shar’a has given him powers to conduct according to his own opinion and Ijtihad, is not considered as if the Khaleefah had made the Mubah as Fard and the Mubah as Haram. It is rather making obedience compulsory in the matters which the Shar’a has allowed the Khaleefah to enact according to his own opinion and Ijtihad. So every Mubah the Khaleefah chose to manage the affairs becomes obligatory upon every citizen to abide by. Based on this ‘Umar ibn al-Khattab laid down dawawin, and based on this the Khulafaa’ enacted certain regulations for their ‘Amil and for the subjects and they obliged them to act upon such regulations and execute them exclusively. Therefore, it is allowed for the Khaleefah to draw up the administrative laws and all the other laws of such nature. His obedience in such laws is compulsory, for it is an obedience to the Khaleefah in whatever He orders in matters which are within the mandate given to him by Shar’a.