7.3 Der Islam und die wirtschaftliche Frage
7.3 Islam and the Economic Question
Um das Wirtschaftssystem im Islam zu behandeln, müssen wir zunächst die Haltung des Islam zum Streben nach materiellem Wohlergehen klären. Denn das Wort dunya (Leben), das mit materiellem Reichtum oder weltlichen Angelegenheiten verbunden wird, ist für viele Muslime zu einem anrüchigen Begriff geworden.
In order to address the Economic System in Islam, we first of all need to clarify the position of Islam in relation to the quest for material well being. This is because the word dunya (life), which is associated with material wealth or worldly matters has become a dirty word for many Muslims.
Die Trennung von Din und Dunya (also die Ausprägung des Säkularismus) ist ein westlich-christliches Konzept, das unter Muslimen in jüngerer Zeit weithin verinnerlicht wurde. Infolgedessen wird das Streben nach wirtschaftlichem oder weltlichem Fortkommen missbilligt, während kontinuierliches Engagement im Gebet und in anderer persönlicher Ibadah als belohnenswert gilt. So geraten viele Muslime in Verwirrung und führen ein doppeltes Leben. Einerseits regiert das Geld; es verleiht Status und macht das Leben angenehm, weshalb sie eifrig danach streben. Andererseits plagen sie Schuldgefühle, weil sie meinen, ihre Mühe sollte auf „religiöse“ Pflichten verwendet werden.