4.15 Die Frist für die Bestellung eines Khalifen
4.15 The time limit for the appointment of a Khalifah
Die Frist, die den Muslimen zur Bestellung eines Khalifen eingeräumt wird, beträgt drei Tage einschließlich ihrer Nächte. Es ist einem Muslim verboten, mehr als drei Nächte zu verbringen, ohne eine bayah an seinem Hals zu haben. Dass eine Höchstdauer von drei Nächten zugelassen ist, liegt daran, dass die Bestellung eines Khalifen von dem Augenblick an verpflichtend wird, in dem der vorherige Khalif stirbt oder abgesetzt wird. Es ist jedoch erlaubt, die Bestellung aufzuschieben, solange die Muslimen drei Tage einschließlich ihrer Nächte mit der anstehenden Aufgabe beschäftigt sind. Überschreitet die Frist drei Nächte und wurde bis dahin kein Khalif bestellt, so ist die Angelegenheit zu prüfen: Haben sich die Muslime um die Bestellung eines Khalifen bemüht und konnten dies innerhalb von drei Nächten aufgrund zwingender Gründe, die außerhalb ihrer Kontrolle und Fähigkeit lagen, nicht tun, so fällt die Sünde von ihren Schultern, denn sie haben sich bemüht, diese Pflicht zu erfüllen, und wurden gegen ihren Willen gezwungen, die Ausführung dieser Pflicht aufzuschieben. Ibn Hibban und Ibn Majah überliefern von Ibn Abbas, der berichtete, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: .
The time limit allowed for the Muslims to appoint a Khalifah is three days including their nights. It is forbidden for a Muslim to spend more than three nights without having a bayah on his neck. As for allowing a maximum of three nights, this is because appointing of a Khalifah becomes compulsory from the very moment the former Khalifah dies or is removed. However, it is allowed to delay the appointment as long as the Muslims are involved with the task at hand for three days including their nights. If the limit exceeds three nights and a Khalifah is not appointed by that time the matter should be examined: If the Muslims were involved in the appointment of a Khalifah and failed to do so within three nights for compelling reasons beyond their control and ability, then the sin would fall from their necks, for they were endeavouring in their task to perform this duty and were compelled against their will to delay the implementation of that duty. Ibn Hibban and Ibn Majah narrated from Ibn Abbas who reported that the Messenger of Allah (PBUH) said: .
„Allah hat meiner Umma den Irrtum, das Vergessen und das vergeben, wozu sie gezwungen wurden." [al-Nawawi, al-Majmu’ Sharh al-Muhadhdab, Bd. 8, S. 450]
"Allah had forgiven my Ummah for the mistake and forgetfulness and that which they were compelled of". [al-Nawawi, al-Majmu’ Sharh al-Muhadhdab, vol.8, p.450] .
Wenn sie jedoch nicht an der Aufgabe beteiligt wären, würden sie alle so lange sündig sein, bis ein Khalifah eingesetzt wäre, und erst dann würde die Sünde von ihren Schultern fallen. Was die Sünde betrifft, die sie durch die Vernachlässigung der Pflicht zur Einsetzung eines Khalifahs begangen haben, so würde diese nicht von ihnen abfallen, sondern bleibt bestehen, und Allah (S.W.T) würde sie dafür bestrafen, so wie Er jede Sünde bestraft, die ein Muslim durch das Unterlassen einer Pflicht begeht.
But if they were not involved in the task they would all be sinful until such time that a Khalifah was appointed, and only then would the sin fall from their necks. As for the sin they had committed by neglecting the duty of appointing a Khalifah, this would not fall from them, rather it remains, and Allah (S.W.T) would punish them as he would punish any sin committed by a Muslim for not performing a duty. .
Was die Pflicht betrifft, sich unverzüglich an der Bai'ah für den Khalifen zu beteiligen, sobald der Posten des Khalifats vakant wird, so liegt dies darin begründet, dass die Sahabah diese Angelegenheit im Saal der Banu Sa'idah nach dem Tod des Gesandten ﷺ behandelten, am selben Tag seines Todes und noch vor seiner Bestattung. Die vertragliche Bai'ah an Abu Bakr wurde noch am selben Tag seines Todes geschlossen. Am zweiten Tag versammelten sich die Menschen in der Moschee, um Abu Bakr die Bai'ah des Gehorsams zu leisten.
As for the obligation of the immediate involvement in the bayah of the Khalifah once the Khilafah post becomes vacant, this is because the Sahabah addressed this matter in the hall of Bani Sai’dah after the death of the Messenger (PBUH) , on the same day of his death and before his burial. The contracting bayah of Abu Bakr was concluded on the same day of his death. On the second day, the people were gathered in the masjid to give the bayah of obedience to Abu Bakr. .
Was die Frist betrifft, innerhalb derer die Muslime höchstens einen Khalifen bestellen dürfen, nämlich drei Tage einschließlich ihrer Nächte, so ist der Beweis dafür, dass ʿUmar, als er spürte, dass sein Tod nahe bevorstand, den Leuten der Schura auftrug, einen Khalifen zu bestellen, und ihnen eine Frist von drei Tagen setzte, und ihnen befahl, jeden zu töten, der nach Ablauf der drei Tage der Gruppe widersprach. Die Ausführung dieser Anordnung, also die Tötung desjenigen, der möglicherweise widerspricht, übertrug er fünfzig Personen aus den Muslimen, obwohl die Gruppe aus den Leuten der Schura und den vornehmen Gefährten bestand. Dies geschah in Anwesenheit der Gefährten, und niemand erhob Einwand gegen diese Anordnung oder verurteilte sie. Daraus wurde ein allgemeiner Konsens der Gefährten, dass es den Muslimen verboten ist, länger als drei Tage einschließlich ihrer Nächte ohne Khalifen zu bleiben, und der Konsens der Gefährten ist ein scharia-rechtlicher Beweis, ebenso wie der Koran und die Sunna.
As for the fact that the maximum time limit allowed for the Muslims to appoint a Khalifah is three days including their nights, its evidence is that when ‘Umar felt that his death was imminent he delegated the people of the Shura to appoint a Khalifah giving them a time limit of three days and instructing them to kill anyone who disagreed with the group once the three days had lapsed. He assigned the execution of such instruction, i.e. killing the one who might disagree, to fifty people from the Muslims despite the fact that the group was formed of the Shura people and the senior Sahabah. This took place in the presence of the Sahabah and no one objected or condemned such instruction. This became a general consensus of the Sahabah stating that it is forbidden for Muslims to remain without a Khalifah for more than three days including their nights and the consensus of the Sahabah is Sharia evidence just like the Qur’an and the Sunnah. .
Al-Bukhari überlieferte von Al-Miswar ibn Makhramah, dass dieser sagte: „Abd al-Rahman klopfte an meine Tür, nachdem ein Teil der Nacht vergangen war, bis ich aufwachte. Er sagte: „Ich sehe, dass du geschlafen hast. Bei Allah, ich habe in diesen drei …“ (d. h. den drei Nächten) nicht viel Schlaf genossen.“ [Bukhari, Sahih, Nr. 7207]. Sobald die Leute das Morgengebet verrichtet hatten, wurde der Treueid (Bay'a) an ʿUthman geleistet.
Al-Bukhari reported from Al-Miswar ibn Makhramah that he said: “Abd al- Rahman knocked at my door after a part of the night passed till I woke up. He said, “I see you have been sleeping. By Allah, I did not enjoy much sleep in these three…” (I.e. the three nights).” [Bukhari, Sahih, #7207]. Once the people prayed fajr, the bayah was concluded to ‘Uthman. .
So ist es den Muslimen geboten, sobald der Posten des Khalifen vakant wird, sich der Vorbereitung der Bay'ah für den nächsten Khalifen zu widmen und sie innerhalb von drei Tagen abzuschließen. Haben sie sich jedoch nicht um die Bay'ah des Khalifen bemüht, wurde das Khilafah abgeschafft und sie haben dazu geschwiegen, so sind sie sündig ab dem Zeitpunkt, als das Khilafah abgeschafft wurde, und für die Dauer, in der sie dazu geschwiegen haben. Dies trifft auch heute zu: Die Muslime sind sündig, weil sie das Khilafah nicht errichtet haben, seit es am 28. Rajab 1342 n. H. beseitigt wurde, bis sie es errichten. Von dieser Sünde wird niemand freigesprochen außer jenen, die sich in einer aufrichtigen, wahrhaftigen Gruppe ernsthaft um seine Errichtung bemüht haben. In diesem Fall entledigt er sich der Sünde. Diese Sünde ist groß, wie es im Hadith des Gesandten Allahs ﷺ erklärt wird: .
So, it is obliged upon Muslims once the post of the Khalifah becomes vacant, to engage in preparing the bayah for the next Khalifah, and to complete it within three days. If they however did not engage in the bayah of the Khalifah, the Khilafah was removed and they remained silent about it, then they are sinful from the moment the Khilafah was removed and for the period they remained silent about it. This is the case today, where Muslims are sinful because they did not establish the Khilafah from the moment it was eliminated on 28 Rajab 1342 H until they establish it. No one would be free of that sin except those who were engaged in the serious work for establishing it within a sincere truthful group. In that case he would relieve himself of the sin. This sin is great as explained in the hadith of the Messenger of Allah ( PBUH) : .
„Wer stirbt, ohne eine Bai'ah auf seinem Nacken zu haben, der stirbt den Tod der Unwissenheit (Dschahiliyyah).“ [Bukhari, Sahih, Nr. 7054 und Muslim, Sahih, Nr. 4767] Dies zeigt die Größe der Sünde.
“Whoever passed away without having a bayah on his neck he would have died the death of jahiliyyah.” [Bukhari, Sahih, #7054 and Muslim, Sahih, #4767] This indicates the greatness of the sin. .