2.3 Aufstieg und Niedergang des Islam
2.3 The Rise and Decline of Islam
Die Ausbreitung des Islam
The Expansion of Islam
Die Mission des Islam, die in Mekka begann und in Medina aufblühte, besaß alles, was nötig war, um zu einer weltweiten Mission heranzuwachsen. Der Koran erklärte ausdrücklich, dass Muhammad ﷺ nicht nur ein Gesandter für die Araber, sondern für die gesamte Menschheit war.28 Ferner heißt es darin, dass eines der Ziele dieser Mission darin besteht, andere Religionen und Systeme zu überwinden. Im Grunde legte er den Grundstein für die Ausbreitung des Islam und die Ausweitung seines Staates. Tatsächlich standen die Heere des islamischen Staates bereits an den Grenzen des Römischen und des Persischen Reiches, in dem Augenblick, als der Prophet ﷺ diese Welt verließ.
The mission of Islam which began in Mecca and flourished in Medina had all what it takes to grow into a global one. The Quran explicitly stated that Mohammad was a messenger not only for the Arabs but for all mankind.28 It also stated that one of the objectives of this mission is to take over other religions and systems. In essence it laid down the foundation for the spread of Islam and the expansion of its state. Indeed, the moment the Prophet (PBUH) departed this world, the armies of the Islamic state were on the borders of both the Roman and the Persian empires.
Weniger als hundert Jahre nach der Gründung des islamischen Staates in Medina hatte sich der Islam von Spanien (Andalusien) bis nach Sumatra verbreitet. Die muslimischen Schiffe beherrschten das Mittelmeer und den Indischen Ozean. Während der Expansion kam nur sehr wenig Widerstand, weder von den römisch-byzantinischen noch von den persischen Truppen. Beide Reiche litten unter innerem Chaos, Korruption und einem Verfall der Moral. Der Islam bot den neu eroberten Völkern eine Religion mit einem vernünftigen und einfachen Glaubensbekenntnis sowie ein System, das sich durch Gerechtigkeit und Billigkeit auszeichnete. Viele Menschen bevorzugten den Monotheismus und empfanden die byzantinische Dreieinigkeit und den persischen Dualismus als abstoßend. Der Islam entsprach eher ihrem Geschmack, und sie traten nicht nur zum Islam über, sondern halfen auch, ihn weiter zu verbreiten.
Less than one hundred years after the creation of the Islamic state in Medina, Islam had spread from Spain (Andalusia) to Sumatra. The Muslim ships dominated the Mediterranean Sea and the India Ocean. During its expansion, very little resistance came from either the Roman Byzantine or the Persian troops. Both empires have suffered from internal chaos, corruption, and decline of morale. Islam provided to the newly conquered nations a religion with rational and simple creed as well as a system characterized with justice and fairness. Many people favored monotheism and found the Byzantine trinity and Persian dualism distasteful. Islam was more to their liking, and they not only converted to Islam, but helped to spread it further.
Der Islam hob einen großen Teil der finanziellen Belastung und der Besteuerung auf, die den Menschen in den eroberten Ländern auferlegt worden waren. Er beseitigte die Grenzen zwischen den Nationen und behandelte alle Nationen und Völker nach demselben Maßstab. Es gab keine nationale oder ethnische Vorherrschaft. Die Muslime setzten das Prinzip, das der Koran verkündet, in vollem Umfang um: „Die Ehre wird nach der Frömmigkeit bemessen und nicht nach der nationalen Zugehörigkeit.“29 Lynn Nylson schreibt in ihrem Werk Medieval History30, dass „die Muslime religiöse Toleranz übten und die sozialen und wirtschaftlichen Lehren des Islam weit humaner waren als die anderer Völker jener Zeit“. Sie kommt zu dem Schluss, dass der Koran den Völkern des Römischen und des Persischen Reiches einen gemeinsamen Satz von Gesetzen und Werten gab.
Islam removed much of the financial burden and taxation which was imposed upon the people of the conqured lands. It removed the boundaries between nations and treated all nations and peoples by the same standard. There was no national or ethnic supremacy. The Muslims practiced to the fullest extent the principle declared by the Quran: “Honor is measured by piety rather than by national identity.”29 Lynn Nylson in Medieval History,30 says that “Muslims practiced religious toleration, and the social and economic doctrines of Islam were far more humane than those of the other peoples of the time.” She concludes that the Quran gave the peoples of the Roman and Persian empires a common set of laws and values.
Mit der Ausbreitung des Islams und der Erweiterung seines Staates entstand eine neue Zivilisation. Diese Zivilisation setzte das theoretische Modell, das über einen längeren Zeitraum entwickelt worden war, in ein praktisches um. Sie war imstande, nomadische arabische Krieger in eine zivilisierte Gemeinschaft zu verwandeln, die sich um die Angelegenheiten anderer kümmern konnte, und zwar allein um des Wohlgefallens des Allmächtigen Allahs willen. Die Zivilisation schuf ein neues Bild der Herrscher des Landes: Sie stehen weder über dem Gesetz noch über dem Volk. Überliefert wird, dass ein Gesandter des persischen Königs nach Medina kam, um den Kalifen Omar Ibn Al-Chattab zu suchen, und sehr erstaunt war, als er ihn unter einem Baum schlafend vorfand. Er fand weder einen Palast wie den seines eigenen Königs noch Wachen, wie er sie gewohnt war. Seine Worte beschrieben die Eigenschaften der Führer der neuen Zivilisation treffend: „Regiere mit Gerechtigkeit, so kannst du in Sicherheit ruhen.“31
Together with the spread of Islam and the expansion of its state, a new civilization emerged. This civilization translated the theoretical model which was constructed over an extended period of time into a practical one. It was able to transform nomad warrior Arabs into a civilized group of people capable of looking after the affairs of others in return only for the pleasure of the Almighty Allah. The civilization created a new imagery of the rulers of the land: never above the law or above the people. It is reported that when an envoy of the Persian king came to Medina looking for the caliph Omar Bin Al-Khattab, he was astonished to find him lying asleep under a tree. He did not find a palace like that of his own king or guards like those he was used to. His comments elegantly characterized the traits of the leaders of the new civilization: “Rule with justice and rest with a sense of security.”31
Die rasche und reibungslose Ausbreitung des Islam wurde im Buch World Civilization: The Global Experience dokumentiert, 32 wo die Autoren feststellen,
The rapid and smooth expansion of Islam was documented in the book World Civilization: The Global Experience, 32 in which the authors state,
Im siebten Jahrhundert n. Chr. brachen die arabischen Anhänger Muhammads ﷺ von der Arabischen Halbinsel auf, um die erste globale Zivilisation zu schaffen.
In the seventh century C.E. the Arab followers of Muhammad surged from the Arabian Peninsula to create the first global civilization.
Sie eroberten rasch ein Reich, in dem Elemente der klassischen Zivilisationen Griechenlands, Ägyptens und Persiens zusammenflossen. Islamische Kaufleute, Mystiker
They quickly conquered an empire incorporating elements of the classical civilizations of Greece, Egypt, and Persia. Islamic merchants, mystics,
und die Krieger setzten ihre Ausbreitung in Europa, Asien und Afrika fort. Dieser Prozess schuf Verbindungen für den Austausch zwischen den Zentren der Zivilisation und brachte eine wahrhaft globale Zivilisation hervor.
and warriors continued its expansion in Europe, Asia, and Africa. The process provided links for exchange among civilized centers and forged a truly global civilization.
Als Technikerin bzw. Techniker selbst fand ich die Äußerungen der früheren Vorstandsvorsitzenden von Hewlett Packard (HP) am meisten faszinierend, und zwar in einer Rede, die auf einer Konferenz unter dem Motto „Technologie, Wirtschaft und unsere Lebensweise: Was kommt als Nächstes“ gehalten wurde. Sie stellte fest, dass die islamische Zivilisation, die mehr als achthundert Jahre lang die Welt beherrschte, von Erfindergeist geprägt war. Das islamische Militär ermöglichte ein Maß an Frieden und Wohlstand, „wie es nie zuvor bekannt gewesen war“. Im Hinblick auf den Beitrag der islamischen Zivilisation merkt sie an, dass die heutige Technologie „ohne die Beiträge arabischer Mathematiker nicht existieren würde“. Auf philosophischem Gebiet, so führte sie aus, hätten muslimische Philosophen wie Rumi „unsere Vorstellungen von Selbst und Wahrheit infrage gestellt“. Im Bereich der Toleranz und des bürgerlichen Miteinanders hätten Führungspersönlichkeiten wie Suleiman „zu unseren Vorstellungen von Toleranz und bürgerlicher Führung beigetragen“. Was Fiorinas Beobachtungen besonders und einzigartig macht, ist der Umstand, dass sie zwei Wochen nach den Terroranschlägen vom 11. September geäußert wurden, durch die der Islam zu Unrecht im Zusammenhang mit Terrorismus und barbarischem Verhalten in den Blick der Kritik geriet.
Being a technologist myself, I found most intriguing the comments of former CEO of Hewlett Packard (HP) in a speech delivered to a conference held under the theme “Technology, Business and Our Way of Life: What Is Next.”33 She noted that the Islamic civilization which dominated the world for more than eight hundred years was one driven by invention. The Islamic military allowed a degree of peace and prosperity that “had never been known.” In recognition of the Islamic civilization contribution, she notes that today’s technology “would not exist without the contributions of Arab mathematicians.” On the philosophical front, Muslim philosophers like Rumi “challenged our notions of self and truth.” In the domain of tolerance and civic code, leaders like Suleiman “contributed to our notions of tolerance and civic leadership.” What makes Fiorina’s observations distinct and unique is that they came two weeks after the 9/11 acts of terrorism which rendered Islam unjustly scrutinized for notions of terrorism and savage behavior.
Auf wirtschaftlicher Ebene war die islamische Zivilisation durch Wohlstand auf gesellschaftlicher Ebene und die Beseitigung der Armut auf individueller Ebene gekennzeichnet. Ira Marvin Lapidus merkt in ihrem Buch The History of Islamic Society an, dass die Zivilisation in Nordafrika und Spanien durch „außergewöhnlichen wirtschaftlichen Wohlstand“ gefördert wurde.34 Historiker wie Ibn Katheer und Al-Tabari berichten, dass es dem Islam innerhalb der ersten sechzig Jahre seines Aufstiegs gelang, die Armut auf allen Ebenen zu beseitigen. Die wichtigste Wohltätigkeitseinrichtung im Islam, die Zakah, erlebte einen positiven Überschuss an Geld, als die Empfänger dieser Form der Wohltätigkeit durch Wohlstand und finanzielle Stabilität praktisch verschwanden.
On the economic side, the Islamic civilization was characterized by prosperity at the societal level and poverty elimination at the individual level. Ira Marvin Lapidus notes in her book The History of Islamic Society that the civilization in North Africa and Spain was fostered by “extraordinary economic prosperity.”34 Historians like Ibn Katheer and Al-Tabari report that within the first sixty years of its rise, Islam managed to remove poverty at all levels. The main charity institution in Islam, Zakah, experienced a positive overflow of money when recipients of this form of charity virtually disappeared due to prosperity and financial stability.
Historiker, Politiker, Schriftsteller und Kritiker sind sich einig, dass sich der Islam mit atemberaubender Geschwindigkeit ausbreitete und expandierte. Sie beschreiben verschiedene Aspekte der Zivilisation, und einige haben eine Erklärung für dieses Phänomen geliefert. Noah Feldman führte in seinem Buch The Fall and the Rise of Islamic State den Aufstieg und die Ausbreitung des ersten islamischen Staates auf die Umsetzung der Scharia (des islamischen Rechtskodex) zurück, verbunden mit einem Kontrollmechanismus aus Gleichgewicht und Gegengewicht, der von selbsternannten Gelehrten aufrechterhalten wurde. Der französische Historiker Lamartine führte das Phänomen auf eine Dynamik zurück, 35
Historians, politicians, writers, and critiques agree that Islam spread and expanded at a breathtaking speed. They describe different aspects of the civilization and some have provided some sort of explanation for that phenomenon. Noah Feldman in his book The Fall and the Rise of Islamic State attributed the rise and spread of the first Islamic state to the implementation of the Shari’ah (the Islamic legal code) coupled with a check-and-balance mechanism maintained by self-proclaimed scholars. French historian Lamartine attributed the phenomenon to a momentum 35
generiert durch den außergewöhnlichen Charakter des Propheten Muhammad ﷺ. Ähnliche Beobachtungen machte Sir Bernard Shaw.
generated by the extraordinary character of Prophet Mohammad (PBUH). Similar observations were made by Sir Bernard Shaw.
Es stimmt, dass die Persönlichkeit und der Charakter Muhammads ﷺ einen großen Einfluss auf den Aufstieg und die Verbreitung des Islam hatten. Damit dieser Einfluss viele Jahrhunderte lang anhält, bedarf es jedoch einer ausführlicheren Erörterung. Ebenso war die Umsetzung der Regeln des Islam in Form der Scharia maßgeblich für die Beständigkeit des islamischen Staates und der islamischen Zivilisation. Damit diese Scharia über einen so langen Zeitraum hinweg relevant bleibt, bedarf es jedoch einer genaueren Analyse.
It is true that the personality and character of Mohammad had a great impact on the rise and spread of Islam. But for that impact to last many centuries ahead requires more elaborate discussion. Similarly, the implementation of the rules of Islam in the form of Shari’ah was instrumental to the sustainability of the Islamic state and civilization. But for that Shari’ah to remain relevant for such a long period of time requires more analysis.
Die Führung und Methodik, die der Prophet Mohammed ﷺ bereitstellte, blieben aus einem einfachen Grund relevant und einflussreich: Mohammed ﷺ wurde von den Muslimen als jemand wahrgenommen, der Offenbarung von Allah empfängt. Der Glaube an Mohammed ﷺ als Gesandten Allahs war dem Glauben an Allah als Gott gleichzusetzen. Als sich die Muslime daher daranmachten, das Leben Mohammeds ﷺ zu dokumentieren, wussten sie, dass sie neben dem Koran eine weitere Quelle der Offenbarung zusammenstellten. Es ist kein Zufall, dass die frühen Muslime eine ganz neue Methodik entwickelten, um die Aussagen, Handlungen und das Verhalten des Propheten ﷺ zu sammeln.
The leadership and methodology provided by Prophet Mohammad remained relevant and influential for one simple reason. Mohammad was perceived by Muslims as one who receives revelation from Allah. The belief in Mohammad as a messenger from Allah was tantamount to the belief in Allah as a god. So when the Muslims set out to document Mohammad’s life, they knew that they were compiling another source for the revelation in addition to the Quran. It is not a coincidence that early Muslims formulated a whole new methodology for compiling the statements, the actions, and behavior of the Prophet (PBUH).
Muslimische Gelehrte entwickelten eine Art Wissensdatenbank zur Personenprüfung, in der sie alle erreichbaren Einzelheiten über jede Person sammelten, die direkt oder indirekt mit dem Propheten ﷺ in Berührung gekommen war. Dies galt als notwendig, um jeden Überlieferungsbericht, der dem Propheten ﷺ zugeschrieben wurde, zu authentifizieren. Dabei gelang es Gelehrten wie Bukhari, Muslim, Nisa’i, Tirmidhi und Abu Dawoud, Tausende Überlieferungen, die fälschlicherweise dem Propheten Mohammad ﷺ zugeschrieben wurden, auszusortieren. Für die Muslime bildeten das Leben und die Überlieferungen des Propheten Mohammad ﷺ einen Bestandteil des Glaubens. Der Koran bestätigt diese Tatsache an mehreren Stellen. An einer Stelle stellt er eine direkte Verbindung her zwischen der Liebe zu Allah und der Nachfolge Mohammads ﷺ.36 An einer anderen Stelle fordert der Koran die Muslime auf, alles anzunehmen und zu akzeptieren, was der Gesandte Allahs ﷺ ihnen gebracht hat.37
Muslim scholars invented what amounts to a profiling knowledge database in which they collected all possible details about each and every one who has been in direct or indirect contact with the Prophet. This was deemed necessary to authenticate any piece that was attributed to the Prophet. In the process, the Muslim scholars like Bukhari, Muslim, Nisa’i, Tirmidhi, and Abu Dawoud managed to filter out thousands of references falsely attributed to Prophet Mohammad (PBUH). To the Muslims, the life and products of Prophet Mohammad were part of the creed. The Quran confirmed this fact in several places. In one location, it made a direct link between loving Allah and following Mohammad.36 In another place, the Quran asked the Muslims to take and accept everything that the Messenger of Allah provided to them.37
Bei der Verbreitung seiner Sendung verfolgte der Prophet Muhammad ﷺ Strategien, Taktiken und Pläne, die greifbar und praktisch waren. Bei der Entwicklung und Umsetzung dieser Pläne stützte er sich nie auf abergläubische oder übernatürliche Kräfte. Zu der Zeit, als er predigte, dass der Sieg letztlich von Gott gewährt wird, bestand er zugleich darauf, dass alle Vorbereitungen und Vorsichtsmaßnahmen von den Menschen selbst getroffen werden müssen. Anders gesagt machte er deutlich, dass Erfolg oder Misserfolg der Sendung vom Maß an Hingabe, Ergebenheit und Opferbereitschaft derjenigen abhängt, die diese Sendung tragen. Dass die Ideen, Konzepte, Regeln, Vorschriften und Werte gerecht, fair und erhaben sind, reicht nicht aus, damit die Botschaft des Islam aufsteigt und gedeiht. Die Existenz einer Gruppe von Menschen, die an die Ideen und ihre Systeme glauben, ist ebenso wesentlich wie die Richtigkeit der Ideen selbst.
In pursuing the prevalence of his mission, Prophet Mohammad assumed strategies, tactics, and plans which are both tangible and practical. He never relied on superstitious or supernatural forces in sketching or implementing the plans. At the time when he preached that victory is ultimately provided by god, he insisted that all preparations and precautions need to be carried out by the people. In other words, he made it clear that the success or failure of the mission depends on the degree of commitment, devotion, and sacrifice of the people who carry the mission. The fact that the ideas, concepts, rules, regulations, and values are just, fair, and supreme do not suffice for the message of Islam to rise and prosper. The existence of a group of people who believe in the ideas and its systems is as essential as the correctness of the ideas themselves.
Der Koran zog sorgfältig eine Grenze zwischen der Persönlichkeit des Propheten und der göttlichen Offenbarung. Der Nachdruck lag auf der göttlichen Offenbarung. An zahlreichen Stellen warnte der Koran den Propheten ﷺ selbst davor, die offenbarte Ordnung nicht streng zu beachten.38 In Sure Al-Ma'ida (Kapitel 5, Vers 49) legt der Koran folgende Einschränkung auf: „Und so richte zwischen ihnen (o Muhammad ﷺ) nach dem, was Allah herabgesandt hat, und folge nicht ihren eitlen Begierden, sondern hüte dich davor, dass sie dich von einem Teil dessen abbringen, was Allah dir herabgesandt hat." Der Punkt ist, dass das islamische Glaubensbekenntnis keinen Zweifel daran ließ, dass der Prophet ﷺ nur ein Mensch war, der Offenbarung von Allah empfängt, und dass die Muslime nur dann Gott verehren, wenn sie dem Gesandten ﷺ folgen. Solange das Bekenntnis in den Köpfen und Herzen der Gläubigen lebendig bleibt, bleibt auch die Wirkung des Propheten Mohammad ﷺ lebendig und wirksam.
The Quran carefully drew the line between the personality of the Prophet and the divine revelation. The emphasis was on the divine revelation. In numerous locations, the Quran warned the Prophet himself to keep a strict observation of the revealed code.38 In Surah Al-Maidah (chapter 5, verse 49), the Quran makes the following restriction “And so judge ( O Muhammad) among them by what Allah has revealed and follow not their vain desires, but beware of them lest they turn you far away from some of that which Allah has sent down to you.” The point is that the Islamic creed left no doubt that the Prophet was but a man who receives revelation from Allah, and that the Muslims will only be worshiping god when they follow the Messenger. Then as long as the creed remains alive in the minds and hearts of the believers, the impact of Prophet Mohammad remains alive and active.
Ebenso gilt: Als der Koran eine Verhaltensordnung offenbarte, tat er dies in Verbindung mit dem Glaubensbekenntnis selbst. Der Koran forderte die Gläubigen nicht einfach nur auf, eine gute Tat zu tun oder eine böse Tat zu unterlassen. Vielmehr betonte er die Verbindung zwischen der Handlung und der göttlichen Quelle, die hinter dem Gebot der Handlung steht. Als der Koran zum Beispiel eine Vorschrift über das Verbot alkoholischer Getränke offenbarte, eingebettet er sie in eine Reihe anderer höchster Werte. In Sure Al-Maidah (Kapitel 5, Vers 90) heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Berauschende Getränke (alle Arten alkoholischer Getränke), Glücksspiel, Al-Ansâb und Al-Azlâm (Losspiele) sind ein Gräuel aus dem Werk des Satans. Meidet sie daher (ganz und gar), damit ihr erfolgreich seid.“ Beachte, wie der Vers mit einer Anrede beginnt: „O ihr, die ihr glaubt!“, die den Zuhörern ihren Glauben ins Gedächtnis ruft, was für ihre Befolgung des Gebots wichtig ist. Dann verknüpft er die verbotenen Handlungen, etwa alkoholische Getränke, mit den Taten des Teufels (Shaitan). Als dieser Vers offenbart wurde, schütteten die Muslime all den Wein aus, den sie zuvor gelagert hatten, so dass die Straßen von Medina von Wein überflutet waren.
By the same token, when the Quran revealed code of conduct, it did so in conjunction with the creed itself. The Quran did not simply ask the believers to do a good deed or to refrain from doing an evil deed. Rather it emphasized the link between the action and the divine source that stands behind the command of the action. For example, when the Quran revealed a rule regarding the prohibition of alcoholic drink, it wrapped the rule within a set of other supreme values. In Surah Al-Maidah (chapter 5, verse 90) it says, “O you who believe! Intoxicants (all kinds of alcoholic drinks), and gambling, and Al-Ansâb, and Al-Azlâm (forms of lottery) are an abomination of Shaitân’s (Satan) handiwork. So avoid (strictly all) that (abomination) in order that you may be successful.” Note how the verse begins with an address “O you who believe!” reminding the audience of their belief, which is important for their compliance with the command. Then it links the prohibited acts, e.g., alcoholic drinks, to the acts of the devil (Shaitan). When this verse was revealed, the Muslims dumped all the wine they had previously stored to the extent that the streets of Medina were flooded with wine.
Als der Koran die Gläubigen aufforderte, denen zu geben, die in Not sind, tat er dies in einer Weise, die Großzügigkeit und Freigebigkeit fördert. In Sure Al-Baqara (Kapitel 2, Vers 245) ermutigt der Koran die Gläubigen, ihr Geld ihren Mitmenschen zu leihen, und sagt, dass diese Handlung einem Darlehen an Allah gleichkomme.39 An anderen Stellen wiederholt er die Tatsache, dass Allah die Gläubigen auffordert, den Reichtum auszugeben, den Allah ihnen gegeben hat. Diese Vorstellung wird am deutlichsten in Sure Al-Hadid (Kapitel 29, Vers 7), die lautet: „Glaubt an Allah und Seinen Gesandten und gebt von dem, wovon Er euch zu Treuhändern gemacht hat. Und diejenigen unter euch, die glauben und (auf Allahs Weg) ausgeben, denen wird ein großer Lohn zuteil.“ Dieser Stil zieht sich durchgehend durch den Koran, ob die Vorschriften den Reichtum, den Handel, die Essgewohnheiten, die Ehe, die Scheidung, den Krieg, den Frieden, die Familienbeziehungen, die Moral, die Ethik oder ein anderes Thema betreffen.
When the Quran requested of the believers to give money to those who are in need, it did so in a style conducive to generosity and munificence. In Surah Al-Baqara (chapter 2, verse 245), the Quran motivates the believers to lend their money to their fellow men saying that this act is equivalent to giving Allah a loan.39 In other places it repeats the fact that Allah requests the believers to expend the wealth that has been provided to them by Allah. This notion is most clear in Surah Al-Hadeed (chapter 29, verse 7), which states, “Believe in Allah and His Messenger and spend of that whereof He has made you trustees. And such of you as believe and spend (in Allah’s Way), theirs will be a great reward.” This style is consistent throughout the Quran, whether the rules are related to wealth, trade, food habits, marriage, divorce, war, peace, family relations, morals, ethics, or any other issue.
Der Punkt ist, dass der Islam sehr darauf bedacht war, die letztgültige Souveränität Allah dem Schöpfer zu bewahren und nicht den Gesetzen und Vorschriften, die von Ihm kommen. Die Befolgung der Gesetze und des Verhaltenskodex ist letztlich ein Beweis für die Aufrichtigkeit des Glaubens an das islamische Bekenntnis. In Sure An-Nisa (Kapitel 4, Vers 65) bestätigt der Koran diese Schlussfolgerung: {Nein, bei deinem Herrn! Sie werden nicht eher gläubig sein, bis sie dich in allem, worüber sie uneins sind, zum Richter machen und dann in ihren Herzen keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden und sie sich völlig ergeben.} Dies führt wieder zu der Tatsache, dass der Prophet Muhammad ﷺ mehr als 65 % seiner Lebenszeit als Prophet damit verbrachte, das Bekenntnis als Fundament des Glaubens und der Ideologie aufzubauen und zu festigen.
The point is that Islam was very keen about maintaining the ultimate sovereignty to Allah the creator rather than to the laws and regulations that come from him. The adherence to the laws and code of conduct is eventually a proof for the sincerity of one’s belief in the creed of Islam. In Surah Al-Nisa’a (chapter 4, verse 65), the Quran confirms this conclusion: “But no, by your Lord, they can have no Faith, until they make you (O Muhammad) rule in all disputes between them, and find in themselves no resistance against your decisions, and accept (them) with full submission.” This brings back into play the fact that Prophet Mohammad spent more than 65% of his life span as a prophet building and strengthening the creed as a foundation of faith and the ideology.
Die Verbreitung des Islams, die Ausweitung des islamischen Staates und die Vorherrschaft seiner Zivilisation waren eine natürliche Folge der Treue und Hingabe der muslimischen Gemeinschaft insgesamt (der muslimischen Umma) zu den geistigen Grundlagen des Glaubens. Was Noah Feldman durch seine Forschung und Analyse beobachtete, ist die Ausprägung dieser Glaubenstreue durch die Umsetzung der Scharia. Die Rolle der Gelehrten bestand lediglich darin, die Verbindung zwischen dem Gesetzeskodex der Scharia selbst und dessen Quelle, nämlich Allah, dem Erhabenen, aufrechtzuerhalten. Wenn Menschen eine islamische Auskunft zu einer beliebigen Frage erbaten, gaben die Gelehrten (Ulama) nicht einfach eine abstrakte islamische Meinung zu der jeweiligen Frage ab (z. B. erlaubt, verpflichtend, empfohlen, verboten oder missbilligt). Vielmehr leiteten sie die Regel aus den gegebenen Texten des Qur'an oder der Sunnah (Aussagen und Handlungen des Propheten ﷺ) ab. Sie vermittelten die Regel zusammen mit den Belegen, auf denen diese Ableitung beruhte. Auf diese Weise hielten sie die Zuhörer mit der göttlichen Offenbarung verbunden, die der Regel ihre Kraft verleiht, und gaben den Zuhörern den Grund, sich an die Regel zu halten.
The spread of Islam, the expansion of the Islamic state, and the dominance of its civilization were a natural consequence of the adherence and devotion of the Muslim community at large (the Muslim Ummah) to the intellectual foundations of the faith. What Noah Feldman observed through his research and analysis is the manifestation of this observance to the creed through the implementation of the Shari’ah. The role of the scholars was merely to sustain the links between the code of Shari’ah itself and the source of the code, i.e., Allah the supreme. When people requested an Islamic opinion on any issue, the scholars (ulama) did not simply provide an abstract Islamic opinion on the particular issue (e.g., allowed, obligated, recommended, banned, or discouraged). Rather, they would derive the rule from given texts in the Quran or the Sunnah (Prophet’s statements and acts). They would pass on the rule together with the evidences used to derive that rule. This way, they kept the audience connected to the divine revelation which gives power to the rule and provides the audience with the reason to adhere to the rule.
Diese Praxis wurde in der Literatur der bedeutenden Gelehrten, um die sich die großen Rechtsschulen organisierten, umfassend dokumentiert. Die berühmten Bücher der großen Gelehrten Abu Hanifah, Ja'afar, Al-Shafi'i, Ahmad Bin Hanbal und Malik Bin Anas liefern einen herausragenden Beweis dafür. Innerhalb jeder Schule wurden Hunderte von Büchern verfasst. Jedes einzelne dieser Bücher bietet eine Sammlung von Regeln mit allen einschlägigen Texten aus Koran und Sunna sowie der Logik, mit der die Regeln aus diesen Texten abgeleitet wurden.
This practice was thoroughly documented in the literature of the prominent scholars around whom the main schools of thought were organized. The famous books of the major scholars Abu Hanifah, Ja’afar, Al-Shafi’i, Ahmad Bin Hanbal, and Malik Bin Anas provide an outstanding proof to this effect. Within each school hundreds of books were composed. Each and every one of these books provides a collection of rules with all relevant texts from the Quran and Sunnah and the logic used to derive the rules from these texts.
Der Niedergang des Islam
The Decline of Islam
Der Kalifatsstaat, den der Prophet Mohammad ﷺ im Jahr 623 errichtete, kam am 3. März 1924 vollständig zum Erliegen. Nach dreizehnhundert Jahren des Wachstums, der Ausdehnung und der Vorherrschaft verlor der Islam das Instrument, das für seine Verwirklichung im wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Leben der Menschen verantwortlich war. Die Entscheidung zur Abschaffung des Kalifatsstaates wurde von der Nationalversammlung in Istanbul unter der Leitung von Mustafa Kemal Atatürk getroffen. Das Ende des Staates war nicht der Beginn des Niedergangs; er war vielmehr das Ergebnis eines langen Verfallsprozesses, der bereits in einer viel früheren Phase der Geschichte begonnen hatte.
The state of khilafah established by Prophet Mohammad in the year 623 came to a complete halt on March 3, 1924. After thirteen hundred years of growth, expansion, and dominance, Islam lost the instrument responsible for its realization in the economic, political, and social lives of people. The decision to abolish the state of khilafah was taken by the National Assembly in Istanbul under the direction of Mustafa Kemal Atatürk. The termination of the state was not the beginning of the decline; in fact it was a result of a long process of decline which began at a much earlier stage in history.
Noah Feldman schreibt in seinem Buch „The Fall and Rise of the Islamic State“ den Niedergang dem schwindenden Einfluss der Gelehrten zu, die die Pflicht der Herrscher zur Umsetzung der Scharia nicht mehr wirksam kontrollierten. Dieser Prozess begann mehr als hundert Jahre vor dem endgültigen Zusammenbruch. Zweifellos ist die Rolle der Gelehrten entscheidend für die Beständigkeit der Scharia. Ihre Aufgabe besteht jedoch darin, die Kraft des Glaubens in den Herzen und Köpfen der Menschen und der Herrscher stets aufs Neue zu beleben. Als die Regeln des Staates in einem Buch namens Madschalla gesammelt und kodifiziert wurden, wurden sie als abstrakte Vorschriften dargestellt, losgelöst von der göttlichen Quelle, die ihnen ursprünglich ihre Kraft verlieh. Die Regeln waren korrekt aus islamischen Quellen abgeleitet. Aus islamischer Sicht konnte niemand ihre Legitimität bestreiten. Durch die Trennung der Regeln der Scharia von dem göttlichen Gesetz, das hinter diesen Regeln steht, verlor die Öffentlichkeit jedoch fast den Bezug ihres Glaubens zu den Angelegenheiten des täglichen Lebens, abgesehen vielleicht von den täglichen Ritualen. Als im Jahr 1924 die Entscheidung zur Abschaffung des Kalifats fiel, hatte die breite Öffentlichkeit nicht das Gefühl, dass das Fundament ihres Islam und die Grundlage ihres Glaubens entwurzelt wurden.
Noah Feldman, in his book The Fall and Rise of the Islamic State, attributes the decline to the diminishing role of the scholars in maintaining a check against the rulers’ obligations to implement the Shari’ah of Islam. This process began more than one hundred years before the final collapse took place. There is no doubt that the role of the scholars is instrumental to the sustainability of the Shari’ah. Their role, however, is to continuously rejuvenate the energy of the creed in the minds and hearts of the people and the rulers alike. When the rules of the state were compiled and coded in a book called the Majillah, they were given as abstract rules stripped off the divine source that gave them power in the first place. The rules were correctly derived from Islamic sources. No one could argue against their legitimacy from an Islamic perspective. Due to the separation between the rules of the Shari’ah and the divine code behind these rules, the public almost lost the connection of their creed to their daily life affairs, except maybe for the daily rituals. When the decision to abort the khilafah came in 1924, the general public did not feel that the base of their Islam and the foundation of their faith were being uprooted.
Der zweite Aufstieg des Islam
The Second Rise of Islam
Es muss gleich zu Beginn klargestellt werden, dass der Niedergang des Islam und die Verdrängung seines Staates und seiner Zivilisation aus der Welt nicht auf innere Mängel und Fehler im Fundament des Islam zurückzuführen war, wie es bei Sozialismus und Kapitalismus der Fall war. Im Gegenteil: Der Abfall vom Fundament des Islam führte zum Niedergang, nicht die Befolgung seiner Grundsätze. Die genaue Beachtung der göttlichen Offenbarung und die strikte Einhaltung ihrer Gebote und Regeln bewirkten und ermöglichten den ersten Aufstieg, die Ausbreitung und Verbreitung des Islam, seines Staates und seiner Zivilisation. Dieselbe Ursache und derselbe Grund treiben heute den zweiten Aufstieg voran.
It should be immediately stated that the decline of Islam and the removal of its state and civilization from the world was not due to internal faults and defects in the foundation of Islam as was the case with socialism and capitalism. On the contrary, it was the departure from the foundation of Islam which led to the decline rather than the compliance with its principles. The close observance of the divine revelation and the strict compliance of its ordinance and rules caused and facilitated the first rise, expansion, and spread of Islam, its state and civilization. It is the same cause and reason that is driving the second rise today.
Man kann argumentieren, dass das Erstarken des Islams heute sowohl durch Notwendigkeit als auch durch religiöse Vorschrift und Pflicht bedingt ist. Seit dem Zusammenbruch des islamischen Staates und der Abschaffung der Scharia haben die Muslime in mehrheitlich muslimischen Ländern einige der schlimmsten Lebensbedingungen erlebt, die je bestanden. Die geopolitische Verteilung der muslimischen Länder weist ein großes Missverhältnis und eine erhebliche Ungleichmäßigkeit auf. Dies zeigt sich in der Zusammensetzung kleiner Staaten mit weniger als einer halben Million Einwohnern, die jedoch über außerordentlich großen Reichtum verfügen, sowie sehr großer Staaten mit mehr als hundert Millionen äußerst armer Menschen. Kuwait etwa hat weniger als eine Million kuwaitische Staatsbürger bei einem Bruttoinlandsprodukt von über 140 Milliarden US-Dollar. Ägypten dagegen hat eine Bevölkerung von mehr als 84 Millionen und ein Bruttoinlandsprodukt von 165 Milliarden US-Dollar. Dieses enorme Wohlstandsgefälle hat unerträgliche Verhältnisse geschaffen, die ernsthafte Forderungen nach einem Zusammenschluss der muslimischen Länder und der Vereinigung der Muslime in einem einzigen Staat hervorgebracht haben. Anfangs wurden die Einigungsforderungen durch den panarabischen Nationalismus angestoßen.42 Nach mehreren Rückschlägen, die die arabischen Nationalisten erlitten, wurde das Anliegen einer Vereinigung arabischer Länder und Staaten von islamischen Vertretern weitergetragen.43
It can be argued the rise of Islam today is caused by necessity as well as ordinance and obligation. Since the collapse of the Islamic state and the removal of the Shari’ah, the Muslims in Muslim-majority countries have experienced some of the worst conditions ever. The geopolitical distribution of the Muslim lands shows a great disparity and irregularity. This is evident in the composition of small states with less than a half million population but with extremely large wealth and very large states with more than one hundred million extremely poor people. Kuwait, for example, has less than one million Kuwaiti nationals with more than $140 billion GDP. Egypt, on the other hand, has a population of more than eighty-four millions and a GDP of $165 billion. This huge disparity in wealth created unbearable conditions which have promoted serious calls for the integration of Muslim lands and the unification of Muslims under one state. Initially, the unification calls were prompted by Arab pan nationalism.42 After several setbacks experienced by Arab nationalists, the call for the integration of Arab lands and states was carried forward by Islamic advocates.43

Der Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) misst den „Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Vorteil“.44 Mit Ausnahme von vier Staaten erreichten die arabischen und muslimischen Staaten auf einer Skala von 1 bis 10 weniger als 5 Punkte, was auf ein hohes Maß an Korruption hinweist. Die 37,5 % der Staaten weltweit, die einen Wert von höchstens 3 erzielten, sind entweder arabische oder muslimische Staaten. Die Korruptionsverhältnisse haben alle Lebensbereiche in diesen Ländern beeinflusst und sind zu einer treibenden Kraft für Regime- und Systemwechsel geworden.
The corruption perception index (CPI) measures the “abuse of entrusted power for private gain.”44 Except for four states, the Arab and Muslim states scored less than 5 on a scale from 1 to 10, indicating a high level of corruption. The 37.5% of the states worldwide which had score less than or equal to 3 are either Arab or Muslim states. Corruption conditions have impacted all aspects of life in these countries and have become a driving force for regime and system changes.
Vor dem Niedergang waren islamische Schulen und Universitäten in Andalusien, Bagdad und Kairo weltweit führend und galten als Quelle des Wissens und der Aufklärung. Der britische Historiker Sir John Davenport berichtet von einem Brief, den König Georg II. von Großbritannien an den Kalifen in Andalusien sandte und in dem er darum bat, eine Delegation aus England an islamischen Universitäten einzuschreiben.45 Seit dem Niedergang der islamischen Zivilisationen sind die Universitäten in der islamischen Welt zurückgefallen. Abbildung 30 zeigt die Rangliste der Universitäten weltweit. Unter den ersten 200 Universitäten der Welt befindet sich nur eine arabische Universität, unter den 500 besten sind es zwei, und unter den ersten 1.000 nur vier. Anhand eines berechneten Hochschul-Scoreboards liegen alle muslimischen und arabischen Länder bei ihrem Hochschulwert zurück, wobei Saudi-Arabien, das ölreiche Land, mit 38 % an der Spitze liegt! Im weiteren Kreis der muslimischen Welt hat die Türkei eine Universität unter den besten 500, und der Iran hat eine unter den ersten 1.000 Hochschulen der Welt. Angesichts dieser erschütternden und entmutigenden Zahlen im Hochschulwesen ist es nur natürlich, auch einen parallelen Rückgang im Industriesektor zu erwarten, wie zuvor erörtert.
Before the decline, Islamic schools and universities in Andalusia, Baghdad, and Cairo ranked top in the world and were the source of knowledge and enlightenment. British historian Sir John Davenport reports on a letter sent by King George II of Britain to the caliph in Andalusia asking him to enroll a delegation from England into Islamic universities.45 Since the decline of the Islamic civilizations, the universities in the Islamic world have fallen behind. Figure 30 shows the ranking of universities around the world. There is only one Arab university within the top 200 universities in the world, two among the 500 top universities, and only four among the top 1,000 universities. Based on a calculated higher education scoreboard, all Muslim and Arab countries lag behind in their higher education score with Saudi Arabia, the oil-rich country leading the score with 38%! In the wider scope of the Muslim world, Turkey has one university among the top 500 and Iran has one in the top 1,000 schools in the world. Given these devastating and demoralizing figures in higher education, it is only natural to expect a parallel decline in the industrial sector as discussed earlier.

Dies war das Ergebnis des totalen Zusammenbruchs des geopolitischen Systems der muslimischen Welt nach der Abschaffung des islamischen Staates und seiner Systeme. Weniger als zwanzig Jahre später (1967) erlitten dieselben Länder eine weitere Niederlage durch die israelischen Streitkräfte und verloren in diesem Krieg weiteres Land. Ob auf diplomatischer, politischer oder militärischer Ebene: Die arabischen und muslimischen Länder konnten keinen nennenswerten Erfolg bei der Lösung des Konflikts in Palästina erzielen. Andere geopolitische Probleme brachen in Kaschmir, Eritrea, Bosnien, Kosovo und Aserbaidschan auf.
This was a result of total collapse of the geopolitical system of the Muslim world after the removal of the Islamic state and its systems. Less than twenty years later (in 1967), the same countries suffered another defeat by the Israeli forces and lost more land in the war. Whether it is in the diplomatic, political, or military fronts, the Arab and Muslim countries could not achieve any reasonable success in resolving the conflict in Palestine. Other geopolitical problems surged in Kashmir, Eritrea, Bosnia, Kosovo, and Azerbaijan.
Innerislamische Kriege zwischen muslimischen Ländern haben trotz des strikten Verbots, unter Muslimen zu kämpfen, Millionen von Menschenleben gefordert. Am erschütterndsten und schockierendsten war der Krieg zwischen Iran und Irak, der fast zehn Jahre (1980–1989) dauerte und auf beiden Seiten mehr als eine Million Opfer forderte. Jemen, Saudi-Arabien und Ägypten führten Anfang der 1960er Jahre einen blutigen Bürgerkrieg. Pakistan und Bangladesch kämpften mehrere Kriege, bevor sich Bangladesch von Pakistan loslöste. Irak überfiel 1991 Kuwait, und die Folgen dieses Krieges hielten an, bis Irak selbst zum Opfer einer Besetzung durch die USA wurde. Entlang der Grenzen zwischen der Türkei, dem Irak und dem Iran wird seit Jahrzehnten ein Krieg zwischen muslimischen Kurden und Muslimen aus der Türkei und dem Irak geführt. Das Ausmaß des Niedergangs an Einheit, Integrität und Sicherheit der Muslime ist mehr als erschreckend.
Internal wars between Muslim countries, despite the strong prohibition of fight among Muslims, have consumed millions of lives. Among the most overwhelming and shocking was the war between Iran and Iraq, which lasted for almost ten years (1980-1989) and consumed more than one million casualties on both sides. Yemen, Saudi Arabia, and Egypt fought a bloody civil war in the early 1960s. Pakistan and Bangladesh fought several wars before Bangladesh broke away from Pakistan. Iraq invaded Kuwait in 1991, and the consequences of the war ensued until Iraq itself became a victim of occupation by the USA. Along the boarders of Turkey, Iraq, and Iran, a war has been going on for decades between Muslim Kurds and Muslims from Turkey and Iraq. The toll of the decline on the unity, integrity, and security of Muslims has been more than shocking.
Semi-islamische Modelle
Semi-Islamic Models
Als der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) im Jahr 632 nach Medina auswanderte, errichtete er einen islamischen Staat und eine islamische Gesellschaft mit einer Struktur, einem Fundament und Pfeilern, die aus der reinen göttlichen Offenbarung abgeleitet waren. Im Qur'an wurde er immer wieder gewarnt, den geraden Weg einzuhalten, so wie es sein Herr angeordnet hatte. In Sure Asch-Schura (Kapitel 42, Vers 15) richtet der Qur'an diesen Aufruf an Muhammad: „Also rufe zu dieser Religion des Islam ein; und bleibe standhaft auf allem, was von Allah angeordnet wurde, wie dir befohlen ist; und folge nicht ihren Begierden, sondern sprich: Ich glaube an jedes Buch, das Allah herabgesandt hat, und mir ist befohlen, unter euch gerecht zu richten.“ Bei einer solchen Anweisung konnte der Prophet keinen Staat mit nationalistischem oder rassistischem Charakter errichten. Er konnte keine Gesellschaft aufbauen, die bestimmte Begünstigungen für Araber, Reiche oder besondere Eliten vorsah. Das einzige Merkmal des Staates und der Gesellschaft, die er errichtete, war das Islamische. Die einzige Souveränität, die in seinem Staat bestand, war die des Islam. Dieser Charakter verlieh dem ursprünglichen Staat genug Kraft und Energie, um viele Jahrhunderte zu überdauern. Selbst als die Keime des Niedergangs den Staat trafen, dauerte es Hunderte von Jahren, bis er zusammenbrach.
When Prophet Mohammad (PBUH) migrated to Medina in the year 632, he built an Islamic state and an Islamic society, with a structure, foundation, and pillars derived from the pure divine revelation. He was warned time and again in the Quran to keep a straight path as ordered by his Lord. In Surah Al-Shura (chapter 42, verse 15), the Quran directs this call to Mohammad, “So unto this religion of Islam invite people; and stand firm on all that is ordained by Allah as you are commanded; and follow not their desires but say: I believe in whatsoever Book Allah has sent down, and I am commanded to do justice among you.” With this type of order, the Prophet could not have built a state with nationalistic or cannibalistic flavor. He could not have built a society with specific favors to Arabs, or rich men, or special elites. The only characteristic of the sate and the society he built was Islamic. The only sovereignty that existed in his state was that of Islam. This character gave that initial state enough power and energy to survive for nanny centuries. Even when the seeds of decline hit the state, it took hundreds of years before it collapsed.
Es ist bemerkenswert, dass der Prophet Mohammed ﷺ in einer seiner Prophezeiungen die Stufen der islamischen Herrschaft beschrieben hat. 54
It is interesting to note that in one of the prophecies of Prophet Mohammad (PBUH) he described the stages of the Islamic reign. He 54
Er beschrieb die erste Stufe als die Stufe der Prophetenschaft und der Barmherzigkeit, von der Historiker übereinstimmend sagen, dass es die Zeit war, in der der Prophet ﷺ herrschte, und auf die die vier rechtgeleiteten Kalifen folgten. Dann beschreibt er eine Stufe der Dynastien, die über den islamischen Staat herrschten. Die dritte Stufe ist der Zustand der Diktatur, in dem die Regeln des Islam mit Gewalt außer Kraft gesetzt werden und die Herrscher ebenfalls mit Gewalt an die Macht gelangen. Danach beschrieb der Prophet ﷺ eine letzte Stufe, in der der Islam wieder aufersteht, und er beschreibt diese Stufe als „Kalifat nach dem Vorbild der Prophetenschaft“. Vor diesem Hintergrund ist es nicht schwer zu erkennen, dass die islamischen Modelle, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind, im Vergleich zu dem, was der Prophet ﷺ beschrieben hatte, nur halbe Modelle sind. Das erste dieser Modelle war die Islamische Republik Iran. Obwohl es den Iranern gelang, eine gewaltige Revolution durchzuführen, entstand am Ende ein islamischer Staat mit sektiererischen schiitischen und nationalistisch-iranischen Merkmalen. Die lokalen Regeln und Gesetze sind größtenteils islamisch, doch der Gesamtcharakter der Gesellschaft und des Staates bleibt eigentümlich für den Iran und die schiitische Rechtsschule.