4 Privatleben
4 Private Life
Die Natur des Menschen ist so beschaffen, dass er ein öffentliches und ein privates Leben führt. Im öffentlichen Leben lebt er mit den Mitgliedern der Gesellschaft in seinem Stamm, Dorf oder seiner Stadt. In seinem privaten Leben lebt er zu Hause und unter seinen Familienangehörigen. Für sein Privatleben hat der Islam besondere Regeln eingeführt, um die Probleme zu behandeln, denen der Mensch begegnet, sei er männlich oder weiblich. Eine der wichtigsten Regeln, die der Islam gebracht hat, besteht darin, dass das Privatleben ausschließlich der Kontrolle dieses Menschen unterliegt. Er verbot jedem, ohne seine Erlaubnis das Haus zu betreten. Allah (SWT) sagt:
The nature of the human is that He lives a public and a private life. In public life He lives with members of society in his tribe, village or city. In his private life He lives at home and among his family members. For his private life, Islam introduced specific rules to treat the problems that the human encounters, male or female. One of the main rules that Islam brought is that the private life is exclusively under the control of that human. It forbade anyone to enter his house without his permission. Allah (swt) says:
„O ihr, die ihr glaubt, betretet keine Häuser außer euren eigenen, bis ihr Vertrautheit hergestellt und deren Bewohnern den Friedensgruß entboten habt. Das ist besser für euch, auf dass ihr euch erinnert.“ [An-Nur: 27] In diesem Vers hat Allah (swt) den Menschen geboten, Häuser nicht zu betreten, ohne dazu erlaubt worden zu sein. Das Nicht-Einholen der Erlaubnis betrachtete Er (swt) als Entfremdung, das Einholen der Erlaubnis als Herstellung von Vertrautheit. Er (swt) sagte:
“Oh you who believe enter not homes other than yours until you establish familiarisation and greet their inhabitants. This is better for you, so that you might remember”. [An- Nur: 27] In this Ayah, Allah (swt) commanded people not to enter homes without being permitted to. He (swt) considered not seeking the permission as estrangement and seeking it as familiarisation. He (swt) said:
„Bis ihr Vertrautheit herstellt“. [An-Nur: 27] Dies ist metaphorisch für das Einholen der Erlaubnis, denn Vertrautheit entsteht nicht ohne sie, d. h. bis ihr die Erlaubnis ihrer Bewohner einholt. At-Tabarani überlieferte, dass der Gesandte ﷺ sagte: „Wer in ein Haus späht, ohne die Erlaubnis seiner Bewohner, ist es, als habe er es zerstört.“ Abu Dawud überlieferte, ein Mann habe den Propheten ﷺ gefragt, ob er um Erlaubnis bitten solle, wenn er das Zimmer seiner Mutter betrete. Er ﷺ sagte: „Ja.“ Der Mann sagte: „Es gibt niemanden, der ihr dient außer mir. Soll ich jedes Mal um Erlaubnis bitten, wenn ich eintrete?“ Er ﷺ sagte: „Möchtest du deine Mutter nackt sehen?“ Der Mann sagte: „Nein.“ Er ﷺ sagte: „Dann bitte um Erlaubnis.“ Daher hat der Islam jedem Menschen verboten, das Haus eines anderen ohne die Erlaubnis der Bewohner zu betreten. Es macht keinen Unterschied, ob das Haus, das betreten werden soll, einem Muslim oder einem Nichtmuslim gehört. Dies liegt daran, dass sich die Anrede zwar an Muslime richtet, was das Einholen der Erlaubnis betrifft, die Aussage über das Haus jedoch in unbeschränkter Form (Mutlaq) ohne jede Einschränkung (Taqyeed) und in allgemeiner Form (Aam) ohne jede Spezifizierung (Takhsees) kam. Daher umfasst sie jedes Haus. Dies zeigt deutlich die Unverletzlichkeit des Hauses und dass das Privatleben besondere Regeln hat, etwa das Einholen der Erlaubnis, bevor man das Haus eines anderen betritt. Falls der Eintretende niemanden zu Hause antrifft, darf er nicht eintreten, bis die Erlaubnis erteilt wird. Und wenn man ihm sagt, er solle umkehren, so muss er umkehren und darf nicht eintreten. Allah (swt) sagt:
“Until you establish familiarisation”. [An- Nur: 27] This is metaphoric for seeking the permission, for familiarisation will not occur without it, i.e. until you seek the permission of its people. At-Tabarani reported that the Messenger (pbuh) said: “Whoever peeps at a home without the permission of its people, it is as if He destroyed it.” Abu Dawood reported, a man asked the Prophet (pbuh), about whether He should seek permission from his mother (when He enter her quarters) He (pbuh) said: “Yes”. He said: “There is no one to serve her but me. Should I seek permission every time I enter?” He (pbuh) said: “Do you like to see your mother naked?” The man said: “No.” He (pbuh) said “Then seek permission.” Therefore, Islam forbade any human from entering a home other than his without the permission of the home's inhabitants. There is no difference whether the home to be entered upon is of a Muslim or not. This is due to the fact that while the speech is for Muslims, regarding seeking permission, the speech regarding the home came in an unqualified form (Mutlaq) without any restriction (Taqyeed), and in a general form (Aam) without any specification (Takhsees). Therefore, this includes every home. This clearly indicates the sanctity of the home, and that the private life has specific rules such as seeking permission to enter someone's home. In the case where the one seeking to enter doesn't find anyone at home they are not to enter until permission is granted. And if they are told to turn back then they must turn back and are not allowed to enter. Allah (swt) said:
„Und wenn ihr niemanden darin findet, dann tretet nicht ein, bis euch die Erlaubnis gegeben wird. Und wenn euch gesagt wird: Kehrt zurück, dann kehrt zurück. Das ist reiner für euch, und Allah weiß wohl, was ihr tut." [An-Nur: 28] Das bedeutet, dass man nicht darauf bestehen soll, um Erlaubnis zu bitten, und auch nicht versuchen soll, die Abschirmung (Hijab) zu lockern, noch an der Tür stehen und warten soll. All diese Regeln gelten für Wohnhäuser. Was jedoch Häuser betrifft, die nicht bewohnt sind, so ist zu prüfen: Wenn die Person, die eintreten möchte, dort Besitztümer hat, darf sie ohne Erlaubnis eintreten. Diese Häuser sind von den Häusern ausgenommen, die vor dem Betreten eine Erlaubnis erfordern. Allah (swt) sagt:
“And if you find no one in, then do not enter until you are permitted. And if it is said to you to return, then return. That is better for you and Allah is knowledgeable of all that you do”. [An- Nur: 28] This means that you are not to persist in seeking permission, or in seeking to ease the barrier (Hijab) nor to stand by the door waiting. All these rules apply in the case of the residential houses. As for the houses which are not inhabited, they have to be examined. If the person who wants to enter has possessions inside, then He can enter without seeking permission, and these homes are excluded from the houses that require the seeking of permission before entering. Allah (swt) says:
„Es ist für euch keine Sünde, in Häuser einzutreten, die nicht bewohnt werden und in denen ihr Nutzgegenstände habt. Und Allah weiß, was ihr offenlegt und was ihr verbergt." [An-Nur: 29] Der Umkehrschluss lautet: Wenn ihr dort keine Habe habt, dürft ihr nicht eintreten. Die Ausnahme gilt also für das unbewohnte Haus, das Besitztümer der Person enthält, die eintreten möchte. Durch diese Regeln der Erlaubniseinholung wird das Privatleben vor der Belästigung derer geschützt, die an die Tür klopfen. So könnten diejenigen, die drinnen leben, Frieden genießen, frei von der Störung durch Außenstehende.
“It is no fault on your part to enter houses not used for living, in which you have some possessions. And Allah has knowledge of what you reveal and what you conceal.” [An- Nur: 29] The opposite meaning is that if you have no possessions there you are not to enter. So the exclusion is for the unoccupied house which contains possessions of the person who wants to enter. By these rules of seeking permission, the private life is protected against the inconvenience of those who knock on the door. Thus those who live inside would be able to enjoy peace, free of the interruption of the outsiders.
Die oben genannten Regeln gelten für freie Erwachsene. Was die Sklaven und die Kinder vor der Pubertät betrifft, so dürfen sie Häuser betreten, ohne um Erlaubnis zu bitten. Allerdings sind drei Zeiten des Tages davon ausgenommen. Diese Zeiten sind vor dem Gebet des Fadschr, zur Mittagszeit und nach dem Gebet des Ischa (Nachtgebet). In diesen drei Zeiten müssen sie um Erlaubnis bitten, denn zu diesen Zeiten wechseln die Menschen ihre Kleidung, um zu schlafen oder aufzustehen, und entblößen dabei ihre Scham ('Awrah). Die Zeit vor dem Morgengebet ist die Zeit des Aufstehens vom Schlaf und des Wechselns von der Schlafkleidung. Gegen Mittag ist es die Zeit der Ruhe und des Mittagsschlafs. Auch zu dieser Zeit wechseln die Menschen ihre Kleidung. Nach dem Gebet des Ischa ist es die Zeit des Schlafs, und die Menschen wechseln ihre Tageskleidung gegen ihre Schlafkleidung. Außerhalb dieser Zeiten brauchen Sklaven und Kinder vor der Pubertät keine Erlaubnis zum Eintreten einzuholen. Sie dürfen zu allen anderen Zeiten, die sie wünschen, ohne Erlaubnis die Häuser betreten. Sobald Kinder die Pubertät erreichen, verlieren sie dieses Vorrecht des Eintretens. Sie werden wie alle anderen. Allah (swt) sagt:
The above rules apply to free adults. As for the slaves and the children below the age of puberty, they may enter houses without seeking permission. However, three times of the day are made exceptions. These times are before the prayer of Fajr, at noon, and after the Salah of Ishaa (night prayer). In these three times, they must seek permission, for at such times people change their clothes to go to sleep or to wake up, thus revealing their 'Awrah. As for the time prior to Fajr Salah, it is the time to wake up from sleep and when people change from their sleeping clothes. Around noontime, it is a rest and naptime. At this time people also change their clothes. As for after the Salah of Ishaa, it is a time of sleep and people change their day clothes for their sleeping attire. Other than these times, slaves and children under the age of puberty need not seek permission to enter. They may enter the houses at any other times they wish without permission. Once children reach the age of puberty, they lose their privilege to enter. They become like everyone else. Allah (swt) said:
„O ihr, die ihr glaubt! Dreimal am Tag sollen euch um Erlaubnis bitten (bevor sie eure Privatsphäre betreten): diejenigen, die euch gehören, und diejenigen von euch, die die Pubertät noch nicht erreicht haben: vor dem Morgengebet, wenn ihr eure Kleider zur Mittagszeit ablegt, und nach dem Nachtgebet. Dies sind die drei Zeiten, zu denen eure Blöße leicht entblößt werden kann. Außerhalb dieser Zeiten begeht weder ihr noch sie eine Sünde, wenn sie (frei) um euch herumgehen und einander (in den Angelegenheiten des Haushalts) Beistand leisten. So macht Allah euch Seine Zeichen klar, denn Allah ist allwissend und weise!“ [An-Nur: 58] Dies sind die Regeln zum Schutz des Privatlebens im Haus vor Außenstehenden, die eintreten möchten, wobei kein Unterschied gemacht wird zwischen einer Person, die die Frau heiraten könnte (Ajnabi), und einer nahestehenden Person, die sie nicht heiraten darf (Mahram) oder einem Verwandten durch Heirat. In diesem Privatleben lebt die Frau mit Frauen oder ihren Mahram-Männern zusammen, denn ihnen gegenüber darf sie die reizvollen Körperstellen zeigen, die sie in ihrem Privatleben natürlicherweise zeigt. Außer mit Frauen und ihren Mahram-Männern darf die Frau mit niemandem zusammenleben, da sie ihnen gegenüber die Körperstellen nicht zeigen darf, die beim Verrichten ihrer häuslichen Pflichten gewöhnlich sichtbar sind, abgesehen vom Gesicht und den Händen. Das Privatleben ist also auf Frauen und Mahram-Männer beschränkt. Es macht keinen Unterschied, ob es sich um muslimische oder nichtmuslimische Frauen handelt. Sie sind alle Frauen. Dass der Frau geboten wird, ihre reizvollen Körperstellen nicht vor Menschen zu zeigen, die sie heiraten könnte, und dass es ihr erlaubt ist, sie vor ihren Mahrams zu zeigen, ist ein klarer Beweis dafür, dass das Privatleben allein auf die Mahrams beschränkt ist. Allah (swt) sagte:
“Oh you who believe at three times of day let those whom you possess as well as those from among you who have not yet attained puberty, ask permission from you (before intruding upon your privacy): before the prayer of daybreak, and whenever you lay aside your garments in the middle of the day, and after the prayer of nightfall: the three occasions on which your nakedness is likely to be bared. Beyond these (occasions) neither you nor they will incur any sin if they move (freely) about you, attending to (the needs of) one another. In this way Allah makes clear unto you his messages: for Allah is all knowing and wise!”. [An- Nur: 58] These are the rules to protect the private life at home against outsiders who wish to enter with no difference between a person whom the woman can marry (Ajnabi) or a close person whom she cannot marry (Mahram) or in-law. In this private life, the woman lives with women or her mahram men, since they are the ones whom she can show the places of charm of her body, which she naturally shows in her private life. Other than women and her Mahram men, the woman may not live with anyone because she is not allowed to show before them the places of her body which are usually apparent when she carries out her home duties, further to the face and hands. So private life is restricted to women and mahram men. There is no difference between Muslim or non-Muslim women. They are all women. The fact that women are commanded not to show the places of charm of her body to people whom she can marry and the fact that she is allowed to show them to her Mahrams, are a clear evidence that private life is restricted to the mahram alone. Allah (swt) said:
„Und sag den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke senken, ihre Scham hüten und ihren Reiz nicht zur Schau stellen sollen, außer dem, was (davon) ohnehin sichtbar ist; sie sollen ihre Kopftücher (khumur) über ihre Brust (juyub) ziehen. Und sie sollen ihren Reiz niemandem zeigen außer ihren Ehemännern, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehemänner, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehemänner, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder, den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, ihren Sklavinnen, den männlichen Bediensteten, die keinerlei sexuelles Verlangen mehr haben, oder Kindern, die noch nichts von der Blöße der Frauen wissen;“ [An-Nur: 31] Zu den gleichen Regeln wie die Mahram-Männer gehören die Sklaven, die man besitzt, sowie jene Männer, die kein Verlangen nach Frauen haben, wie alte Männer, Geisteskranke, Kastrierte, Männer ohne Glied und Ähnliche. Solche Personen dürfen im privaten Leben anwesend sein. Andere als sie, also Nicht-Mahram-Männer, selbst wenn es Verwandte sind, dürfen überhaupt nicht im privaten Bereich anwesend sein. Dies deshalb, weil die Frau ihnen gegenüber nicht die Stellen ihres Körpers zeigen darf, die gewöhnlich zu Hause sichtbar sind.
“And tell the believing women to lower their gaze, protect their private parts and not to show their places of charm in public beyond what may (decently) be apparent thereof; hence let them draw their head-coverings (khumur) over their necks and bosoms (juyub). And let them not display (more of) their charms to any but their husbands, their fathers, their husbands fathers, their sons, their husbands sons, their brothers, their brothers sons, their sisters sons, their women folk, their concubines, such male attendants as are beyond all sexual desire, or children that are as yet unaware of women's nakedness;” [An- Nur: 31] Falling under the same rules of the mahram men are the slaves they own, and those men who have no desire in women such as the elderly, insane, castrated, the one with no penis and the like. Such people may be present in the private life. Other than them, i.e. non-Mahram men, even if they were relations, they are not allowed at all to be in the private life. This is because the woman is not allowed to show before them the places of her body, which usually appear at home.
Daher ist es eindeutig haram, dass nicht-mahram Männer im Privatleben mit Frauen zusammentreffen. Ausnahmen sind nur jene, die der Gesetzgeber festgelegt hat, etwa für Essen und den Besuch naher Verwandter (Rahm). Solche Ausnahmen sind jedoch nur erlaubt, wenn die Frau von einem Mahram-Mann begleitet wird und ihre gesamte Awrah bedeckt ist.
Thus, it is definitely Haram for non-mahram men to meet women in private life. Exceptions are only those which the legislator defined such as for food and visiting the close relatives (Rahm). Such exceptions, however, are allowed only if the woman is accompanied by a Mahram man and has her entire Awrah covered.